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Duderstadt: EBB investiert 250 000 Euro in Nahwärmenetz

Neue Hauptleitung im Wohngebiet Duderstadt: EBB investiert 250 000 Euro in Nahwärmenetz

Die Begeisterung, mit der sich vor fast einem Vierteljahrhundert die Stadt Duderstadt und ihr regionaler Energieversorger für Nahwärme erwärmt haben, hat sich abgekühlt. Der dezentrale Einsatz regenerativer Energie in immer besser gedämmten Gebäuden bringt das damals richtungsweisende Geschäftsmodell zunehmend in Bedrängnis. Ein Auslaufmodell ist die Nahwärme aber noch nicht.

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Schütte (links) und Kuhlmann im Keller: Das Herz des Duderstädter Nahwärmenetzes schlägt unter dem Eichsfeldgymnasium.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Die Eichsfelder Blockheizkraftwerk- und Bäder GmbH (EBB) hat jetzt erneut eine Viertelmillion Euro in diesen Bereich investiert. Der Abgabepreis für Heizwärme bleibt dennoch konstant.

Die Fäden zur Erzeugung von Strom und Wärme laufen in der Unterwelt des  Eichsfeldgymnasiums zusammen. Unter dem Lehrerzimmer hat die EBB 1985 das erste Blockheizkraftwerk (BHKW) für Schulzentrum, Schwimm- und Sporthalle gebaut. Mit den Wärmegewinnen sollte auch der Bäderbetrieb subventioniert werden, merkt Geschäftsführer Markus Kuhlmann an. Die Technik wurde ständig ergänzt, Anfang der 90er-Jahre kamen das Neubaugebiet Über dem Siebigsbach und das Jugendgästehaus als Abnehmer  hinzu. Letzteres ist im vergangenen Jahr vom Nahwärmenetz gegangen, da dort ein eigenes BHKW installiert wurde. Die Zahl der Wohnhäuser, die ans Netz gingen, ist hingegen von Jahr zu Jahr gestiegen. Inzwischen haben sich die letzten Baulücken im Bereich Über dem Siebigsbach geschlossen, die Zahl der angeschlossenen Grundstücke ist auf rund 110 gestiegen. „Trotz geringeren Wärmebedarfs hat die Heizleistung im Grenzbereich nicht mehr ausgereicht“, sagt Bernward Schütte, Abteilungsleiter für Nahwärme und Stromnetzbetrieb. Nachdem bereits 2011 die BHKW-Module für 260 000 Euro erneuert wurden, sind jetzt eine neue Wärmeleitung und ein dritter Heizkessel hinzugekommen.

„Die Hauptleitung war für die Zahl der Grundstücke zu klein dimensioniert“, sagt Schütte. Um die mittlerweile benötigte Wassermenge bereitstellen zu können, hat die EBB eine rund 600 Meter lange neue Wärmeleitung mit einer Anschlussleistung von 1,2 Megawatt in das Wohngebiet verlegt. Um Kältewellen auffangen zu können, wurde außerdem ein dritter Spitzenlastkessel installiert, der wesentlich effizienter als die beiden älteren Modelle ist. „Jetzt ist eine Gesamtheizleistung von 3,2 Megawatt vorhanden, die stufig abgeschaltet werden kann“, sagt Schütte.

„Die Vergütung für den eingespeisten Strom ist eingebrochen, dank der Wärmeversorgung schreiben wir aber noch eine schwarze Null“, umschreibt Kuhlmann das schwieriger gewordene Umfeld. Der 1995 vom Stadtrat beschlossene Anschlusszwang für die Nahwärmeversorgung in dem Baugebiet besteht fort, inzwischen können  aber zusätzlich Solarenergieanlagen zur Warmwassererzeugung genutzt werden. Vor acht Jahren war ein Anwohner, der auf Erdwärme umsteigen wollte, mit seinem Antrag gescheitert, aus dem Nahwärmevertrag aussteigen zu können.

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