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Duderstadt: Haftstrafe für Einbruchsserie

Drogenkonsum und viele Vorstrafen Duderstadt: Haftstrafe für Einbruchsserie

Für eine Reihe von Einbruchsversuchen und Einbrüchen in Duderstadt ist ein 35-Jähriger am Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Da das Gericht weder Flucht- noch Wiederholungsfahr erkennen kann, wurde der Haftbefehl aufgehoben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Bis zur Vollstreckung der Haftstrafe kann der frischgebackene Vater, der seit seiner Verhaftung im Juli 2014 in Untersuchungshaft gesesssen hat, damit auf freiem Fuß bleiben. Das Baby konnte er im Gerichtsgebäude zum erstenmal im Arm halten – und kehrte strahlend in Handschellen in den Gerichtssaal zurück. Wenig Anlass zur Freude bietet hingegen sein bisheriges Leben. Im Alter von vier Jahren kam er in eine Pflegefamilie, beging mit 15 Jahren seinen ersten Diebstahl, war spielsüchtig und heroinabhängig, hat ein langes Vorstrafenregister und befand sich seit 2005 fast ununterbrochen in behördlichem Gewahrsam.

Der 35-Jährige räumte alle Anklagepunkte ein. Als seine Lebensgefährtin im vergangenen Jahr eine Fehlgeburt hatte, habe er seinen Amphetaminkonsum gesteigert, sei „abgerutscht“ und unter Suchtdruck auf Beutezug gegangen, meinte der Rechtsanwalt. Allein in der Nacht zum 25. Mai brach er mit Hilfe eines Kuhfußes, der blaue Lackspuren hinterließ, in die Ziegelei Jacobi, das Freibad und das Stadthaus ein,– fand aber kein Diebesgut. Wenige Tage später folgte ein Einbruch ins Jugendgästehaus – mit 20 Euro Münzgeld aus dem Getränkeautomaten als Beute. Lohnender waren jeweils zwei Einbrüche in die Spielhallen am Rewe-Markt und im Fachwerkgebäude „Tanne“, bei denen er aus aufgebrochenen Geldspielautomaten zwischen 425 und 1160 Euro erbeutete. Da der Angeklagte zwischenzeitlich observiert wurde, wurde er nach dem zweiten Einbruch in die Spielhalle in der „Tanne“ bei der Rückkehr in seine Wohnung am 1. Juli verhaftet. Mit dabei: Ein Polizeibeamter, der sich auch privat um ihn gekümmert und ihn auf Videoaufzeichnungen der Spielhallen erkannt hatte. Beim letzten Einbruch kam verschärfend hinzu, dass der 35-Jährige einen Elektroschocker und Messer bei sich führte – letztere angeblich zum Drogenkonsum. Weitere Einbrüche – darunter ins Krankenhaus St. Martini und einen Kindergarten – konnten ihm nicht nachgewiesen werden.

Das Geständnis und die eingeschränkte Steuerungsfähigkeit, die die Verteidigung anführte, ließ das Schöffengericht nur bedingt gelten. Es habe sich um massive Straftaten mit erheblichen Sachbeschädigungen gehandelt, begründete Richter Michael Pietzek das Strafmaß. Die Staatsanwältin, die zumindest die Spielhallen-Einbrüche auch als gewerbsmäßigen Diebstahl wertete, hatte auf zwei Jahre und neun Monate Haft plädiert, der Verteidiger auf ein Jahr und zehn Monate, was Bewährung zugelassen hätte. Noch offen ist eine Reststrafe des Landgerichts Flensburg. Dort war der gebürtige Northeimer 2010 zu einer Haftstrafe wegen Einbrüchen, Autoaufbrüchen, Raub und Brandstiftung verurteilt und nach Verbüßung von zwei Dritteln der Haftzeit auf Bewährung entlassen worden.

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