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Duderstadt: Kälte treibt Ratten in Häuser

Gefundenes Fressen Duderstadt: Kälte treibt Ratten in Häuser

Ratten sind kluge und soziale Tiere. Leider stellen sie aber auch ein Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. Unter anderem können Wanderraten und Hausratten Erreger von Tuberkulose, Typhus, Salmonellose und der Weilschen Krankheit übertragen. Darum sind Gemeinden und Privatpersonen sogar gesetzlich dazu verpflichtet, Ratten zu bekämpfen. Mit Beginn der kalten Jahreszeit ist damit zu rechnen, dass sie auch in Wohngebäude eindringen.

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Nicht nur in Kanalisationen zu Hause: Ratten sind Kulturfolger und fühlen sich in der Nähe des Menschen wohl.

Quelle: EF

Eichsfeld. Grundlage für das Bekämpfungsgebot ist eine Verordnung über die Rattenbekämpfung im Lande Niedersachsen aus dem Jahr 1977, der auch der Baubetriebshof der Stadt Duderstadt folge leistet – beispielsweise in den Kanalsystemen in seinem Zuständigkeitsbereich.

„Dort werden durch geschultes Personal Köder ausgelegt, sogenannte Rodentizide“, erklärt Bauhof-Leiter Frank Widera. Die Handhabung der Gifte ist nicht ungefährlich, da der vom Bauhof eingesetzte Wirkstoff Difenacoum schon bei Hautkontakt Wirkung zeigt.

Bei dem Mittel handelt es sich um ein sogenanntes Antikoagulans, das verschiedene Blutgerinnungshemmer enthält. Diese verhindern die Blutgerinnung und machen die Gefäße durchlässiger, was nach einiger Zeit zu inneren Blutungen führt, an denen die Ratten sterben.

Rattengifte sind hochtoxisch

Alle Rattengifte sind hochtoxisch und auch bei anderen Tieren und Menschen wirksam. „Die von uns ausgelegten Köder sorgen bei Katzen, die eine vergiftete Ratte fressen, allerdings höchstens für eine Magenverstimmung“, sagt Widera. „Bevor eine Katze eine tödliche Dosis fressen könnte, würde sie platzen.“ Hinzu komme, dass die in der Kanalisation ausgelegten Köder speziell verpackt seien. Die Köder selbst sind wasserfest und gelangen nicht in die Abwässer.

Oberirdisch ausgelegtes Gift befinde sich in speziellen Containern, die den eigentlichen Köder für Kinderhände, Katzen oder Hunde unzugänglich machten, betont Widera. Diese werden übrigens kostenlos an Bürger verliehen, derzeit sind vier Köderkisten auf privaten Grundstücken im Einsatz. Empfehlungen für bestimmte Wirkstoffe gibt es aber weder in Duderstadt, noch in der Samtgemeinde Gieboldehausen.

Für alle Beteiligten am schonendsten sind natürlich präventive Maßnahmen. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit macht beispielsweise darauf aufmerksam, dass nicht pflanzliche Speisereste auf keinen Fall auf dem heimischen Komposthaufen entsorgt werden sollten.

Gelbe Säcke sind sehr beliebt

Auch Biotonnen bieten keine Sicherheit vor den klugen Nagern. Die können sich durch den Kunststoffboden beißen, weshalb auch Biotonnen regelmäßig auf Rattenspuren kontrolliert werden sollten. Noch beliebter bei Ratten seien Gelbe Säcke, deren Verpackungsinhalte oft noch Essensreste enthalten. Achtlos und zu früh vor dem Haus hingestellt, sind sie ein gefundenes und regelmäßiges Fressen für Ratten.

Vorbeugende Maßnahmen sollten ernst genommen werden. Auch wenn Ratten durch ihre gesetzliche Einstufung als Schädlinge vom Tierschutzgesetz ausgenommen sind und mit Gift getötet werden dürfen, ist ihr Tod qualvoll. Und ein Restrisiko, dass Köder in die falschen Hände oder Pfoten gelangen, bleibt.

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©Richter