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Duderstadt: Krippenausstellung zeigt ungewöhnliche Darstellungen

Weihnachtsgeschichte auf einem Nagelkopf Duderstadt: Krippenausstellung zeigt ungewöhnliche Darstellungen

Ungläubig blicken Besucher durch eine Lupe, die sich auf dem Glas einer Vitrine im Duderstädter Ursulinenkloster befindet: Das, was da unter einer Scheibe liegt, soll eine Krippe sein? Selbst durch das Vergrößerungsglas ist schwer zu erkennen, was dort auf einem Nagelkopf aufgemalt ist: Tatsächlich: eine Krippe. Dagegen fällt der klassische Name auf dem Reiskorn nahezu hünenhaft aus.

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Knallbunte Kunstwerke aus Staniolpapier: Wanda Kordylewska-Dutka erntet ungläubige Blicke der Besucher.

Quelle: Richter

Duderstadt. Die Mini-Krippe ist nur eine der exotischen Darstellungen der Weihnachtsgeschichte, die das Ehepaar Dutka derzeit im Kloster ausstellt – und zwar überall, wofür sich Wanda Kordylewska-Dutka während der Eröffnung der Ausstellung am Sonntagabend gleich mehrfach entschuldigte. Zwei Wochen lang hatten sie und ihr Mann Jacek Dutka jeden Raum des Besuchertraktes mit Beschlag belegt: Hier Kartons, da Kisten, überall Krippen.

Jetzt sind die Exponate aufgebaut und werden in den kommenden vier Wochen die Besucher in ein weihnachtliches Wunderland entführen – denn es gibt einiges, über das Gäste sich hier wundern können. „Die Familie Dutka hat uns etwas ins Haus gezaubert, wovon man träumen kann. Die ganze Welt der Krippen in unserem Haus“, pries Schwester Ingeborg Wirtz in ihren Eröffnungsworten die Ausstellung an.

Und tatsächlich gibt es einiges an Kunst und an Skurrilem zu entdecken: Da gibt es metallene Ställe aus Bethlehem unter Palmen, dreidimensionale Bilder aus Leder, das Jesuskind mit peruanischer Mütze und Darstellungen aus Packpapier. Zu den Materialien gehören neben den genannten natürlich Holz, aber auch Salzteig, Oblaten, Porzellan, Wachs, Glas, Zinn, Kronkorken, Salzkristall oder Stoff.

Stück des Grenzzaunes eingearbeitet

Auch Alltagsgegenstände wie Servietten, Adventskalender oder Tischdecken mit Krippenmotiven werden gezeigt. Die Darstellungen lassen Bezüge zu verschiedenen Ländern der Welt erkennen, in eine – passend zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung – ist ein Stück des original Grenzzauns eingearbeitet. Ein Exponat zeigt den Neugeborenen auf dem Schoß des Vaters, was in Krippendarstellungen absolut ungewöhnlich ist, „Eine Arbeit aus Barcelona“, erläutert Dutka.

Andere Stücke zeigen die komplette Stall-Szene in einem Straußenei oder einer Streichholzschachtel oder einem Fingerhut. „Viele der Exponate sind einmalig in der Welt“, erklärt Duka, denn sie seien auf Bestellung der Sammler hergestellt worden.

Dabei finden sich bestimmte Materialien immer wieder: Mehrere Krippenminiaturen in Nuss-Schalen sind zu sehen und mehrere Beispiele einer polnischen Tradition: Eine ganze Wand ist knallbunten Krippen aus Bonbonpapier gewidmet. Anhand von Fotobänden zeigt Kordylewska-Dutka eine Besonderheit:

Keine Dauerausstellung

Die Krippendarstellungen nehmen Details existierender Kirchenbauten auf. Sie kopieren sie nie ganz, doch der Vergleich einzelner Fenster oder Türme zeigt, nach welchen Vorbildern die Krippen aus Stanniol gestaltet sind.

Die Krippenausstellung wird bis Sonntag, 1. Februar, täglich von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr im Ursulinenkloster gezeigt. Außerhalb der Öffnungszeiten bietet Familie Dutka, die im Kloster untergebracht ist, Gruppenführungen an.

Interessierte sollten die Gelegenheit nutzen, denn eine Dauerausstellung der Exponate gibt es nicht: „Mein Traum wäre ein Raum von 300 Quadratmetern, dort könnte ich alle Krippen zeigen, die ich habe“, sagt Kordylewska-Dutka. Denn die Krippen aus lebensgroßen Figuren habe sie gar nicht mit nach Duderstadt bringen können.

Weihnachtsgeschichten auf einem Nagelkopf zeigt die Krippenausstellung Duderstadt. © Richter

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