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Lehrstück über Essstörungen

Duderstadt Lehrstück über Essstörungen

Mit „Püppchen“ haben die Siebtklässlern der Duderstädter St.-Ursula-Schule am Dienstag ein Lehrstück über Essstörung und Selbstwahrnehmung gesehen. Lehrer, Sozialpädagogen und die Schauspielerinnen begleiteten die Schüler mit einer Vor- und Nachbereitung.

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Lehrstück vor siebten Klassen der St.-Ursula-Schule: Lena (Anna Koslowski) und Shirin (Nisan Arikan) sind zwei Freundinnen mit Essstörungen.

Quelle: GM

Duderstadt. „Shirin, ich hasse mein Leben und dann fange ich an, alles in mich hineinzustopfen“, sagt Lena (Anna Koslowski) zu ihrer Freundin Shirin (Nisan Arikan). Das Leben der Freundinnen Lena und Shirin verläuft unterschiedlich, doch beide leiden an einer Essstörung, ohne es sich eingestehen zu wollen. Es entspinnt sich ein Lehrstück über Selbst- wie Fremdwahrnehmung, Sorge um und Wut auf den jeweils anderen. „Deine Eltern“, sagt Lena, „kümmern sich um dich - ich bin meinen scheißegal.“ Während die Mutter von Lena kaum Notiz von ihrer Tochter nimmt, ihr aschenputtelartig Aufgaben überträgt, überschüttet Shirins Mutter ihre Tochter mit Fragen. Für Shirin zählen Situps am Tag und dass sie viel Gewicht verliert. „Warum tut sie das?“, fragt Thorsten (auch Koslowski). Es müsse doch nicht jede wie ein magersüchtiges Modell rumlaufen. Shirin will das da schon nicht mehr wahrhaben. Aber auch Lena stopft wahllos Chips, Süßigkeiten und Nußnougatcreme in sich, um sich danach zu erbrechen. Doch sie erkennt, dass beide Hilfe benötigen. „Dann geh halt zum Psychodoktor“, bafft Shirin sie an.

Lena sucht ihren Beratungslehrer auf und mit ihm gemeinsam eine therapeutische Anlaufstelle.

„Wir haben in jedem Jahrgang Projekte“, erläutert Anne-Kathrin Freckmann. Die Sozialpädagogin der Ursula-Schule organisiert mit ihrer Kollegin Christine Kaldeich ein Präventionskonzept: Suchtprojekte mit der Caritas, Medienkompetenz mit der Polizei. Eine Nachbereitung dieses Theaterstücks sei in den Klassen wichtig - zumal der Ausgang bei Shirin offen blieb. „Ob ich geheilt bin, wer weiß das schon“, so Lena am Ende des Stücks: „Aber ich mag mich so, wie ich bin. Egal, was andere sagen.“

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