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Neuer Anlauf für Waldfriedhof

Duderstadt Neuer Anlauf für Waldfriedhof

Weichen für einen Waldfriedhof sollen am Montag im Rat der Stadt Duderstadt gestellt werden. Als Standorte sind Waldstücke im Bereich Hübental und im Bereich von Gut Herbigshagen im Gespräch.

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Der Friedwald an der Burg Plesse

Quelle: Archiv

Duderstadt. Als weiterer Baustein, um dem Wandel der Bestattungskultur Rechnung zu tragen, ist schon seit Jahren ein Friedwald in Duderstadt angedacht. Bereits 2010 gab es einen Vorstoß der Heinz-Sielmann-Stiftung, auf Gut Herbigshagen einen Naturfriedhof für Urnenbestattungen einzurichten - im Umfeld der als Trauort beliebten Franz-von-Assisi-Kapelle. Die Pläne für kompostierbare Urnen und biologisch abbaubare Aschekapseln haben sich jedoch zerschlagen. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf der Stadt für die Bestattung unter Bäumen, bei dem auch die Stiftung wieder ins Spiel kommt. Als Standortalternative zu Hübental und Herbigshagen hat die WDB hat auch den Eiergrund nahe der Roten Warte vorgeschlagen. Dort gedeiht ein Bürgerwald mit Baumspenden.

Der Anteil der Urnenbestattungen auf den städtischen Friedhöfen ist innerhalb von zehn Jahren von 30 auf 70 Prozent angestiegen. Immer wieder gebe es auch Anfragen nach Natur- und Waldbestattungen, bestätigt die Stadtverwaltung. Mit der Landwirtschaftskammer, die mit der "RuheForst GmbH" zusammenarbeitet, wurden bereits Gespräche geführt. "Machen Sie mehr aus Ihrem Wald", ködert Ruheforst Kommunen und wirbt für "singende Vögel statt Motorenlärm, kühle Waldluft statt drückender Hitze, uralte Bäume statt schattenarmer Parkanlagen". Die GmbH, die rund 60 Bestattungsorte im Portfolio hat, kommt ebenso als Betreiber in Betracht wie die Sielmann-Stiftung oder die Stadt selbst. Der Stiftungsrat befürworte ein Gemeinschaftsprojekt, eine Fläche stehe noch nicht fest, sagt Stiftungssprecher Christoph Neumann. Die Friedhofssatzung der Stadt soll aktualisiert, der Bürgermeister bevollmächtigt werden, die weiteren Schritte für einen Waldfriedhof, Entgeltordnung und Betreibervertrag zu sondieren.

Waldfriedhöfe stoßen nicht nur auf Wohlwollen. Nicht gerade begeistert ist Propst Bernd Galluschke. "Ich kann damit leben, aber nicht gut", sagt der Geistliche und verweist auf die Position der Deutschen Bischofskonferenz. Es sollten zumindest die Namen verzeichnet sein - möglichst mit Kreuz. Bedenken gegen Bestattungswälder hegt auch der Verein der deutschen Friedhofskultur, der die Interessen der Friedhofsgärtner vertritt. Statt verstreuter Asche, die die Atomisierung der Gesellschaft über den Tod hinaus fortsetzt, hat der ehemalige Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassen, Reiner Sörries, immer wieder auf die individuelle Wertschätzung Verstorbener hingewiesen, zu der Einzelgrabstätten mit Grabsteinen gehörten.

Ratssitzung im Stadthaus

Der Wandel der Bestattungskultur ist ebenso Thema im Rat der Stadt wie die Bauleitplanung im Bereich des Krankenhauses und die Wohnbauentwicklung in Duderstadt. Die Ratsmitglieder sollen über einen städtebaulichen Vertragsentwurf befinden, der die Planungsleistungen privater Investoren regelt. Schon seit vielen Jahren werden Baugrundstücke in Duderstadt nur noch über Dritte erschlossen und vermarktet. Eine Formsache ist die Widmung von Straßenbereichen, die der Fußgängerzone zuzurechnen sind.

Eine Rückübertragung des Hallenbades auf die Stadt, dessen Auswirkungen auf Antrag der SPD geprüft wurden, lehnt die Stadt als unwirtschaftlichste Variante ab. Die SPD hat auch beantragt, einen Sachverständigen mit einem Raum- und Nutzungskonzept für Eichsfeldhalle und Schützenhaus zu beauftragen. Weitere Tagesordnungspunkte drehen sich um Feuerwehr- und Abwassergebühren, Windenergie und Bauhofleistungen. Der Rat der Stadt tagt am Montag, 19.Juni, um 17 Uhr im Stadthaus.

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©Richter