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Duderstadt: Polizei ermittelt gegen Schlauchboot-Aktivisten

Bündnis gegen Rechts bekennt sich zu Sirenen-Geheule gegen „Freundeskreis“-Demo Duderstadt: Polizei ermittelt gegen Schlauchboot-Aktivisten

Mit Schlauchboot und Sirenengeheule haben am Sonntag Aktivisten gegen die Kundgebung des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ demonstriert. Die Polizei ermittelt nun gegen die Göttinger.

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Duderstadt. Zu der Schlauchboot-Aktion hat sich noch am Sonntagabend das Bündnis gegen Rechts bekannt. Die Aktivisten hätten sich „nicht bieten lassen“ wollen, dass der „Freundeskreis“ „fremdenfeindliche und  intolerante Hetze“ in Duderstadt verbreite, heißt es in einer Stellungnahme. Bei den Aktivisten im Schlauchboot habe es sich um zwei Göttinger Antifaschisten gehandelt.

Gegen sie ermittelt nun die Polizei wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs: „Das Befahren des an den Angelsportverein verpachteten Teiches mit dem Schlauchboot wurde von den Verantwortlichen nicht geduldet“, erklärt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz.  Zudem werde die „Schlauchbootaktion“ als eigenständige Versammlung bewertet, weil es mindestens einen kurzen Redebeitrag gegeben habe und – in Form der Sirene – elektroakustische Hilfsmittel zum Einsatz gekommen seien. „Das für die weiteren Ermittlungen zuständige Fachkommissariat der Polizeiinspektion Göttingen prüft derzeit, ob in diesem Zusammenhang Verstöße gegen das Niedersächsische Versammlungsgesetz vorliegen.“
Bereits am Nachmittag hatten die Demonstranten ihr Schlauchboot zu Wasser gelassen und begonnen, durch den See zu paddeln. Zu Beginn der Veranstaltung näherten sie sich dann von der Teichseite aus dem Versammlungsort des „Freundeskreises“ auf dem Vorplatz des Denkmals am Obertor und ließen einen lauten Signalton in ständiger Wiederholung ertönen. Das Geheule unterlegte die gesamte, rund 30 Minuten lange Rede eines anonymen Sprechers. Vor Beginn und nach dem Ende der Rede seien zudem „fetzige Rock-gegen-Rechts Beats“ eingespielt worden, teilte das Bündnis gegen Rechts mit.

Nach dem Ende der Demo seien die Schlauchboot-Fahrer selbstständig ans Ufer gelangt und von der Polizei in Empfang genommen worden. Die Beamten stellten die Personalien der beiden Personen fest.

Der Angelsportverein Duderstadt, der den Teich nutzt, sieht in der Aktion zwar keine Gefahr für die Tiere im Teich, „gut finden wir die Demonstrationen aber nicht“, sagte Gewässerwart Rüdiger Klügel. Besonders die Hinterlassenschaften im Anschluss an die Kundgebungen seien den Anglern ein Dorn im Auge. „Überall liegt Müll herum“, berichtet Klügel. Selbst Kränze, die vermutlich am Volkstrauertag zum Gedenken an die im Krieg Gefallenen abgelegt worden waren, habe er bereits in den Einläufen des Teichs gesehen. Die Schlauchboot-Aktion habe keine Auswirkungen für das Gewässer, „so lange keine Schadstoffe in den Teich kommen“.

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©Richter