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Heimlichkeiten und Ungehorsam

Eva-Maria Hunold geht Heimlichkeiten und Ungehorsam

Die 220 Schüler der St.-Elisabeth-Schule haben am Dienstag ihre Rektorin Eva-Maria Hunold in den Ruhestand geschickt. Gemeinsam mit Lehrern und Eltern hatten sie eine große Feier organisiert. Dabei hatte sich Hunold nur einen kleinen Abschied auf dem Schulflur gewünscht - mit nur einem Lied.

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Eva-Maria Hunold

Quelle: OT

Duderstadt. Lehrerin sei ihr Traumberuf gewesen, so Hunold. Das habe sie schon als Kind gewusst. „In meiner Grundschulzeit in Immingerode hat mich meine Lehrerin Frau Pfeiffer sehr geprägt“, sagt Hunold. In den frühen 60er-Jahren habe die Dorfschullehrerin Pfeiffer vier Jahrgänge in einem Raum unterrichtet. Ähnliches hat Hunold selbst als Lehrerin in den 2000er-Jahren erlebt, als sie in Fuhrbach jahrgangsübergreifenden Kombi-Unterricht leisten musste, kurz bevor die Grundschule wegen rückläufiger Schülerzahlen geschlossen wurde. Auch die christliche Weltanschauung sei schon in Kindertagen in ihre Persönlichkeit gepflanzt worden, sagt Hunold, sodass sie bis heute diese Werte als Basis einer konfessionellen Schule betrachtet.

1978 hat Hunold ihr Staatsexamen in Göttingen absolviert, eben zu einer Zeit, als in Deutschland von einer „Lehrerschwemme“ die Rede war. „Ich musste Klinken putzen“, sagt Hunold. Als katechetische Lehrkraft des Bistums Hildesheim wurde sie schließlich an der Duderstädter Realschule, heute Astrid-Lindgren-Schule, als Referendarin angenommen. Nach anschließender kurzer Arbeitslosigkeit folgten Stationen in Gieboldehausen, Hildesheim und erstmalig als Grundschullehrerin in Fuhrbach, wo sie später drei Jahre als Schulleiterin tätig war.

Die Geschicke der St.-Elisabeth-Schule lenkte Hunold ab 2005. „Wir hatten hier immer ein gutes Team, mit dem man Ideen umsetzen konnte“, lobt die scheidende Rektorin ihre Kollegen und blickt auf Schulprojekte wie dem Elisabeth-Musical, Bühnenauftritte mit Peter Maffay und einwöchige Zirkusprojekte zurück. Wehmütig sei sie schon bei ihrem Abschied, der private Gründe habe. Die Nähe zu den Kindern sowie deren Spontanität und Wortwitz werde sie mit Sicherheit vermissen.

Und nun die große Feier mit Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), der sich für die geleistete Arbeit bedankte, und Propst Bernd Galluschke als Märchenerzähler. Dazu die auf sie getexteten Lieder. Wie Weihnachten seien die vergangenen Tage gewesen, berichtete Elternvertreterin Melanie Gruner von den vielen Heimlichkeiten. Die scheidende Rektorin war begeistert, erklärte aber: „Wenn ich gewusst hätte, wieviel kollektiver Ungehorsam in Ihnen allen steckt, wäre mir bei vielen Entscheidungen in den vergangenen elf Jahren angst und bange geworden.“

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©Richter