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Duderstadt: Schüler-Freiheiten im Lernbüro

St. Ursula Schule will Eigenständigkeit fördern Duderstadt: Schüler-Freiheiten im Lernbüro

Mehr Eigenverantwortung und selbstbestimmtes Lerntempo – diese und weitere Vorteile soll das neue Konzept „Lernbüro“ für die Neuntklässler an der St. Ursula Schule bringen. Nach den Herbstferien wurden die regulären Inhalte des Lehrplans umgestellt auf die  Basis des Lernbüros.

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Im Lernbüro sollen die Schüler vorgegebene Themen selbst erarbeiten, während der Lehrer eher als Berater eingreift.

Quelle: Richter

Duderstadt. Doch wie funktioniert das? „Es gibt ein dem Lehrplan entsprechendes Pflichtprogramm mit verschiedenen Bausteinen, die jeder Schüler durcharbeiten muss“, sagt Bernhard Stillig, didaktischer Leiter der Integrativen Gesamtschule (IGS).

Zu natur- und sozialwissenschaftlichen Fächern werden jeweils vier Module zu verschiedenen Themen angeboten. Die heißen bei Biologie zum Beispiel Hormone, Sexualität oder Immunsystem, bei dem Fach Arbeit und Wirtschaft gibt es unter anderem die Themen Europäische Union oder Kalkulation. Ein weiterer Baustein ist das Sozialkompetenztraining.

Die Schüler dürfen selbst entscheiden, welches Thema sie wann bearbeiten und wieviel Zeit sie dafür benötigen. Allerdings gibt es einen zeitlichen Richtwert von acht, eine  Höchstgrenze von elf Schulstunden pro Thema. Fühlt sich der Schüler schon nach fünf Stunden kompetent genug, einen Leistungsnachweis zu bringen, darf er wählen: Präsentation, Bau eines Models oder Test sind die Möglichkeiten, sein Wissen unter Beweis zu stellen.

Die Ergebnisse werden von den Fachlehrern bewertet - womit ein Vergleich mit anderen Unterrichtsformen möglich ist.

„Viele IGS in Deutschland haben inzwischen das Lernbüro eingerichtet“

„Schüler, die mit einem Thema schneller durch sind, müssen nicht noch stundenlang auf die anderen warten, sondern können sich individuell dem nächsten Thema widmen“, beschreibt Stillig die neue Methode. Bei langsameren Schülern würde dagegen weniger Druck aufkommen, da auch sie ihr Tempo selbst bestimmen könnten, ohne die anderen aufzuhalten.

Wer schnell ist, kann als „Experte“ in einem Thema langsameren Mitschülern helfen. Teamarbeit ist gefragt, jeder kann sich von anderen Hilfe holen oder Hilfe geben. Die Lehrer sollen keinen Frontalunterricht leisten, sondern eher die Aufgabe eines Beraters übernehmen, mit dem die Schüler Arbeitsschritte besprechen, der Hilfen gibt und den Leistungstand kontrolliert.

„Viele IGS in Deutschland haben inzwischen das Lernbüro eingerichtet“, sagt Stillig. Er befürwortet die Methode, da er größere Chancen für die Jugendlichen sieht. „Die Schüler planen ihre eigenen Wege zur Erarbeitung eines Themas. Damit kann auch das Interesse gesteigert werden, der Schüler lernt besser“, nennt er weitere Vorteile. 

„Von den Duderstädter Schulen kommt auch unser Ausbildungsnachwuchs“

Für die Jugendlichen sei die neue Eigenverantwortung aber noch etwas gewöhnungsbedürftig, finden die beiden Neuntklässler Daniel und Bennet.

Um Recherche und gute Arbeitsbedingungen an der Schule zu gewährleisten, mussten Material-Kosten bewältigt werden. „Etwa 7500 Euro wurde für die Umstellung veranschlagt“, sagt Stillig. Einen Teil davon übernimmt das Bistum Hildesheim als Träger der Schule, ein weiterer Teil des Geldes ist über verschiedene Schulaktionen wie dem Tag der offenen Tür zusammengekommen.

Einige Sponsoren gab es auch. Die Volksbank Mitte hat 500 Euro für neue Laptops gespendet. „Von den Duderstädter Schulen kommt auch unser Ausbildungsnachwuchs“, nennt Danilo Hubricht als Vertreter der Volksbank einen Grund für die Förderung.

Von Claudia Nachtwey

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