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Duderstadt: Welche Bäume weichen, welche bleiben?

Empfehlung des Baumausschusses Duderstadt: Welche Bäume weichen, welche bleiben?

„Warum sind denn die schönen Bäume gefällt worden?“ Die Frage war in Duderstadt häufig zu hören, nachdem der Bauhof die Akazien an der Unterkirche beseitigt hatte. Die Entscheidung für eine Fällung machen sich die Verantwortlichen nicht leicht.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Ein Anwohner stellt einen Antrag auf Fällung, weil Laub auf sein Grundstück fällt, ein anderer, weil sein Rundfunkempfang durch einen Baum gestört sei. Wann immer es Beseitigungswünsche gibt, ist der Baumausschuss gefragt. Dessen Vorsitzender ist Mario Schröter, der für die CDU im Ortsrat sitzt. „Wir sehen uns in regelmäßigen Abständen die Bäume an, von denen wir wissen, dass sie Probleme bereiten“, erklärt Schröter. Ergänzt werde die Liste vor einer Ortsbegehung um die Bäume, die zu Beschwerden von Anwohnern geführt hatten. Vor Ort werde der Zustand der Bäume unter fachlichen Aspekten begutachtet. Auch betrachteten die Experten die Lebensbedingungen der Bäume, beispielsweise den Raum, der ihnen und ihren Wurzeln zur Verfügung steht. Schließlich würden auch Sicherheitsaspekte berücksichtigt. Würde eine Baumkrone im Brandfall den Einsatz der Drehleiter der Feuerwehr verhindern, wäre das ein Grund einzuschreiten, berichtet Schröter. „Grundsätzlich liegt uns der Erhalt am Herzen“, sagt Schröter. Die Bäume sorgten für gute Luft und optische Auflockerung, daher werde bei Fällungen für Ersatz gesorgt – nicht immer am selben Standort, aber im Bereich der Stadt.


In der jüngsten Zeit haben sich die Experten mit einer Vielzahl von Anfragen beschäftigt, mit der Erle vor dem Haus Wulfertal 32, beispielsweise: Ein Anwohner hatte um Beseitigung gebeten, da der Rundfunkempfang gestört sei. Laut Baumausschuss genüge das Versetzen des Parabolspiegels auf dem Dach, um dies zu gewährleisten, also bleibt der Baum. Dem Wunsch eines Anwohners, eine Platane am Pferdeteich zu beseitigen oder stark zurückzuschneiden, wurde ebenfalls nicht stattgegeben. „Das Kappen der Krone ist aus fachlichen Überlegungen abzulehnen“, entschied der Baumausschuss. Ein Anwohner des Hüschenberges hat seit Jahren Probleme mit dem Laub- und Fruchtfall der Eichen. Auch seinem Anliegen, die Bäume zu entfernen, wird nicht stattgegeben. „Natürliche Lebensäußerungen der Bäume muss hinnehmen“, erklärt Schröter. Er verstehe die Lage der Anwohner gut, die immer wieder kehren oder Früchte vom Lack ihrer Autos zu sammeln müssten – doch dies sei noch kein Grund für eine Fällung. „Wir versuchen dann, eine andere Lösung zu finden“, erklärt er. So werde beispielsweise mit dem Bauhof verhandelt, ob an bestimmten Stellen – beispielsweise auch an der Kurmainzer Straße – häufiger gekehrt werden könne. „Sofern der Bauhof die Kapazitäten hat.“  

Die Linden an der Göttinger Straße werden ebenfalls nicht beseitigt, sollen aber weiter beobachtet werden. Nach Auskunft des Baumausschusses befinden sich die Bäume aufgrund der standörtlichen Bedingungen in einem desolaten, irreversiblen Zustand. Ähnlich verhalte es sich mit den Linden an der  Ohmbergstraße beim Friedhof.

Für eine Beseitigung entschied sich der Baumausschuss im Falle der Linde vor dem Haus Göttinger Straße 22, da dort das Umfeld nicht geeignet sei. Auch bei der Linde gegenüber dem  Haus Sachsenring 29 stimmte der Ausschuss einer Beseitigung zu: „Durch den starken Pilzbefall am Wurzelanlauf des Baumes ist die statische Überlebensfähigkeit erheblich eingeschränkt“, begründete er. Eine Ersatzpflanzung soll an diesem Standort nicht erfolgen. Die beiden abgängigen Birken an der St.-Elisabeth-Schule seien ebenfalls nicht zu retten, entschied der Baumausschuss. Als Ersatz werden fünf kleinkronige Bäume gepflanzt. Fallen müssen auch drei Bäume am Wall.

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