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Geteiltes Echo auf Caritas-Pilotprojekt

Duderstadt Geteiltes Echo auf Caritas-Pilotprojekt

Die Stadt Duderstadt beteiligt sich am Modellprojekt des Caritasverbandes zur Verbesserung der sozialen Daseinsvorsorge in Dörfern. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag hat der Rat der Stadt einstimmig gebilligt. Das zunächst auf zwei Jahre befristete Pilotprojekt soll im August 2017 starten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Die Caritas will Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Bundesfreiwilligendienstes als „soziale Kümmerer“ und Ansprechpartner einsetzen. Zu ihren Aufgaben gehören Fahr- und Besuchsdienste, Hilfe bei Einkäufen, Behördengängen und Arztbesuchen. Die FSJler und Bufdis sollen mit bestehenden Angeboten von der Kirche über Nachbarschaftshilfen bis zu Seniorenobleuten und Ortsräten vernetzt werden. Für die beteiligten Dörfer und Helfer sind feste Zeitkontingente und zentrale Standorte geplant. Angedacht sind zudem sogenannte Flüchtlingstandems. „Wir wollen Flüchtlinge in die Dorfteams einbringen und gegebenenfalls auch als ehrenamtliche Helfer einsetzen“,, sagt Manuela Kunze vom Caritasverband: „Ob das so kommt, hängt vom Echo ab.“

Skepsis in Radolfshausen

Auch die Samtgemeinde Gieboldehausen beteiligt sich an dem Projekt, das mit knapp 105 000 Euro Personalkosten veranschlagt ist - verteilt auf zwei Jahre. Für Duderstadt sind drei Stellen (52 000 Euro) vorgesehen, für Gieboldehausen zwei (34 700 Euro). Die Samtgemeinde Radolfshausen wäre mit 17 345 Euro dabei, will aber von einer Beteiligung absehen. Das Projekt sei kontraproduktiv zur ehrenamtlichen Arbeit der Nachbarschaftshilfe und des Familienzentrums, meint Bürgermeister Arne Behre (SPD). Der Fachausschuss hat den Verzicht bereits gebilligt, am 20. Dezember befindet der Rat darüber.

Vorrang für sechs Ortsteile

In Duderstadt sollen zunächst und vorrangig die sechs Ortsteile berücksichtigt werden, die gemeinsam ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden sind: Breitenberg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode. Das hinterfragte im Stadtrat Doris Glahn (SPD) ebenso wie die Nachhaltigkeit. Das Caritas-Projekt werde dem Dorfentwicklungsprogramm gerecht, bei dem es auch um soziale Netzwerke gehe, erwiderte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Es werde aber nicht ausgeschlossen, weitere Orte in den Blick zu nehmen. Mit dem Landkreis sei zu klären, ob Mittel für Dorfmoderatoren stattdessen für das Projekt verwendet werden könnten. „Bevor es weitergeht, sammeln wir Erfahrungen“, sagte Dieter Thriene (CDU) und begrüßte das Projekt als konkreten Schritt, nachdem seit Jahren die Auswirkungen des demografischen Wandels diskutiert worden seien. Umgesetzt werden müsse dieser Schritt mit den Menschen, die sich jetzt schon in den Dörfern um andere kümmern. Auch Hans-Georg Schwedhelm (Grüne) begrüßte den „Einstieg, der sich mit dem Einsatz junger Leute noch bewähren muss“.

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