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Bündnis will Buntheit nicht verblassen lassen

Duderstadt bleibt bunt Bündnis will Buntheit nicht verblassen lassen

Eine bunte Veranstaltung an den Ort zu bringen, an dem zuvor „braunes Gedankengut“ verbreitet worden war - Das hatte sich das „Bündnis gegen Rechts - Duderstadt bleibt bunt“ vorgenommen. Am Sonntag gab nun es Musik, Reden und Gespräche dort, wo zuvor der „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ seine „Mahnwachen abgehalten hatte.

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Mahnt zum Zusammenhalt demokratischer Kräfte: Viola von Cramon während ihrer Rede am Westerturm.

Quelle: Eckermann

Duderstadt.

Statt der Nationalhymne, die die „Mahnwachen“ des „Freundeskreises“ häufig eingeleitet hatte, hörten die Besucher der Bündnis-Kundgebung, die nach Angaben der Veranstalter ausdrücklich „Straßenfest-Charakter“ haben sollte, Rock- und Popsongs. Wolfgang Sima und Dagmar Henkel sorgten für die Musik. Bei Gesang und Gitarrenklängen, Bratwurst und Punsch unterhielten sich die Gäste, von denen zur Stoßzeit rund 150, im Ganzen rund 250 am Westerturm gewesen sein sollen.

Vorherrschendes Thema: Der „Freundeskreis“ - und dessen Rückzug aus der Duderstädter Öffentlichkeit. Mit zehn Kundgebungen am Obertor, am Rathaus und jetzt am Westertor habe das Bündnis gemeinsam mit vielen Unterstützern bewiesen, wie die Stadt zu rechter Gesinnung stehe. Ein Bündnis-Sprecher berichtete über die Entwicklung der Aktivitäten: Aus den anfänglichen Krach-Demos seien inhaltsreiche, friedliche und kreative Kundgebungen geworden.

Rednerin Viola von Cramon lobte die Beteiligung von Vereinen, Gewerkschaften und Kirchen sowie die „Resolution gegen Rechts“ des Rates der Stadt Duderstadt. Die Grünenpolitikerin sagte: „Es war genau richtig, sich geschlossen und mit einem einstimmigen Beschluss gegen Hass und Menschenfeindlichkeit zu positionieren.“

Sie beschäftigte sich in ihrem Redebeitrag auch mit Geschehnissen weltweit - und der Sorge, die sich damit verbinde. So erwähnte sie die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA, wo die Möglichkeit bestehe, dass die „sozial Abgehängten“ einen „Turbo-Kapitalisten zu ihrem Fürsprecher wählen“ und schloss die Frage an, was geschehe, wenn Machtdemonstrationen politische Programme in den Hintergrund rücken ließen? Was geschehe, wenn „dumpfe nationale Parolen“ als Lösungsansätze gewählt würden statt Kooperation und Solidarität? Die Gefahr, die durch einen „Zerfall in die Kleinstaatlichkeit“ innerhalb der Europäischen Union drohen würde, thematisierte von Cramon ebenfalls. „Sollte dieses Projekt der Europäischen Union, um das uns so viele Staaten beneiden, an einer humanitären Katastrophe scheitern, weil wir nicht in der Lage sind, Flüchtlinge aus Bürgerkriegsregionen bei uns aufzunehmen und zu versorgen?“ - Das könne und wolle sie nicht akzeptieren.

„Die Rechtsextremen versuchen Fuß zu fassen“, mahnte sie zur weiteren Aufmerksamkeit. Dies zu verhindern, dazu müssten Demokraten zusammenhalten - und dies unterstütze das Bündnis mit seiner Arbeit. Auch in Hinblick auf die anstehenden Wahlen müsse verhindert werden, „dass sich rechtspopulistische und rechtsradikale Parteien wie die AfD, Die Rechte, Der Dritte Weg oder auch die NPD festsetzen.“

Das Bündnis kündigte an, auch wenn sich der „Freundeskreis“ auch zukünftig aus Duderstadt fernhalten sollte, die Arbeit nicht einzustellen. Ideen gebe es genug, sagten die Sprecher und deuteten eine mögliche Aktion unter dem Titel „Gesicht zeigen“ an. Auch der Zusammenschluss mit weiteren Bündnissen im Landkreis Göttingen sowie den Landkreisen Eichsfeld und Werra-Meißner werde diskutiert.

Zunächst aber gebe es den Erfolg zu feiern, dass am Westerturm eine bunte Kundgebung möglich sei, weil sich der „Freundeskreis“ zurückgezogen habe, sagte Hans Georg Schwedhelm. Das taten die Gäste - rund zwei Stunden verweilten sie bei bester Stimmung am Westerturm.

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©Richter