Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Geld gefordert, Bewährung bekommen

Duderstädter Amtsgericht Geld gefordert, Bewährung bekommen

Als Reaktion auf einen getürkten Zigarettendeal hat im Februar 2013 eine Gruppe von Männern ihr Opfer auf einen Feldweg gezerrt, verprügelt, bedroht und erpresst. Einer der Täter und ein damals 18-Jähriger Helfer sind am Montag im Amtsgericht verurteilt worden.

Voriger Artikel
Proklamation und Tanz in Hilkerode
Nächster Artikel
Neues Outfit für Pfeilerfiguren
Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide Männer an der Tat im Februar 2013 beteiligt waren. Richter Michael Pietzek verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, für einen 33-Jährigen beziehungsweise 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit nach Jugendstrafrecht für den Jüngeren wegen Beihilfe.

Zu der Tat war es gekommen, nachdem das spätere Opfer einen der späteren Täter um 1.500 Euro gebracht hatte. Für das Geld waren steuerfreie Zigaretten aus dem Ausland versprochen worden. Zu einer Übergabe kam es aber nie. Ähnlich einem „Rollkommando“, so die Bezeichnung der Staatsanwältin, habe eine Gruppe von Männern daraufhin das spätere Opfer in der Wohnung eines Bekannten überrascht, ihm sein Handy abgenommen und ihn in ein Auto verfrachtet. Mit offenbar drei Fahrzeugen und sieben Personen - wobei dieser Sachverhalt nicht eindeutig geklärt werden konnte - hätten die Männer das Opfer zu einer Scheune an einem Verbindungsweg zwischen Gieboldehausen und Bilshausen gebracht. Einige hätten den Mann verprügelt und bedroht. Außerdem sollte er bis Mitternacht 3.600 Euro organisieren. Woher die überhöhte Forderung - aus der geplatzten Übergabe von nicht versteuerten Zigaretten schuldete das Opfer einem der späteren Täter nur 1.500 Euro - kam, blieb ebenfalls unklar.

Statt wie von den Tätern aufgetragen sei der Mann zu seinen Eltern gefahren, die die Polizei einschalteten. Er sagte, er habe „Scheiße gebaut“, schilderte der Vater des Opfers, was in der Nacht passiert sei: Sein Sohn habe ihm gestanden, dass er einen anderen um Zigaretten im Wert von 1.500 Euro betrogen hatte. Als der Sohn in dieser Nacht mit geschwollenen Augen, blutend und „völlig aufgelöst“ in die Wohnung der Eltern gekommen sei, habe er gedacht, die „Russenmafia“ sei hinter ihm her, ergänzte die Mutter des Opfers.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass ein 21 Jahre alter Angeklagter im Auto neben dem Opfer gesessen und damit zum Tatgeschehen beigetragen hatte. Wegen Beihilfe zur Freiheitsberaubung muss er nun 50 Tage gemeinnütziger Arbeit ableisten. Deutlich höher fiel die Strafe für einen 33-jährigen Angeklagten aus. In ihm sah das Gericht denjenigen, der in einem Telefonat mit den Eltern des Opfers die Herausgabe des Geldes gefordert hatte. Die Bewährungszeit für den bereits vorbelasteten gebürtigen Kasachen bemisst sich auf drei Jahre.ne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter