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Duderstädter Arzt Stefan Gehrke organisiert Hilfstransport nach Athen

Insulin für Griechenland Duderstädter Arzt Stefan Gehrke organisiert Hilfstransport nach Athen

Die Finanzkrise in Griechenland hat auch hinsichtlich der Gesundheitsversorgung Spuren im Land hinterlassen. Um Menschen ohne Krankenversicherung Unterstützung zu bieten, engagieren sich Ärzte auch in Südniedersachsen. Stefan Gehrke hat einen Spendentransport nach Athen organisiert.

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Theodoros Giannaros, Chef der Klinik Elpis.

Quelle: EF

Duderstadt. Der Duderstädter Internist und Diabetologe ist gerade von seinem ersten Medikamententransport zurückgekehrt. „Meine Frau ist Griechin“, erklärt er die Verbundenheit zu dem Land. Als sich die Berichte über die mangelhafte medizinische Versorgung insbesondere einkommensschwacher, arbeitsloser Menschen gemehrt hätten, habe er sich nach Möglichkeiten erkundigt, Hilfe zu leisten. Dabei sei er auf die österreichische Griechenlandhilfe gestoßen, einen 2012 gegründeten Verein, der Hilfsgüter sammelt und den Transport sowie die Verteilung übernimmt.

In Hausarzt- und Schwerpunktpraxen für Diabetologie in der Region – vom Obereichsfeld über Duderstadt, Gieboldehausen und Radolfshausen bis hin nach Osterode, Göttingen und Hann. Münden – habe er sich erkundigt, ob Insulin, Nadeln, Messgeräte oder Messstreifen zur Verfügung gestellt werden könnten. Schließlich seien Medikamente und Materialien im Wert von rund 20 000 Euro zusammengekommen.

Rund 1200 Ampullen Insulin und 500 Fertigpens, mehrere Kartons Kanülen und Pens, 3000 Teststreifen mit Messsystemen und diverse weitere Medikamente habe er – mit Zwischenstopp zur Erstellung des Lieferscheins in Österreich – nach Griechenland gebracht. Dabei habe er vor einem Problem gestanden: Wie die Medikamente transportieren, ohne dass sie ihre Wirkung verlören? Ein eigens gebauter Container, in dem die Temperatur überwacht wurde, brachte schließlich die Lösung.

Die Medikamente und medizinischen Hilfsmittel brachte er nach Athen, ins Krankenhaus Elpis, das älteste Griechenlands. Es wird geleitet von Dr. Theodoros Giannaros, der in den 1980er-Jahren in Göttingen studiert hatte. Er habe es sich zur Aufgabe gemacht, jeden zu behandeln – ob mit oder ohne Krankenversicherung, ob mit oder ohne Geld, berichtet Gehrke. Und das unter widrigsten Bedingungen: Seit 2011 sei das Budget des Krankenhauses auf rund 25 Prozent gekürzt worden, dabei liege die Patientenzahl heute drei- bis viermal so hoch, berichtet Gehrke. Ein möglicher Grund könnte der humanitäre Ansatz des Klinikleiters sein: Immer mehr der rund drei Millionen Griechen ohne Versicherung versuchen, dort ärztliche Versorgung zu bekommen.

In dem Krankenhaus fehle es heute an nahezu allem: Von Dingen des täglichen Bedarfs über Handschuhe, Spritzen, Binden und Betten bis hin zu Einrichtungsgegenständen. „Am meisten drückt der Schuh in Kinderheimen und Behinderteneinrichtungen“, berichtet Gehrke. Wie in ganz Griechenland würden dort unter anderem Impfstoffe, Kindernahrung und Windeln knapp.
Um seinen Beitrag zu leisten, will der 55-Jährige weiter Spenden sammeln.

Informationen erteilt er unter Telefon 0 55 27 / 94 20 00. Die Griechenlandhilfe stellt sich im Internet unter www.griechenlandhilfe.at vor.

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