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Duderstädter BBS-Schüler absolvieren Fahrversuche mit Rauschbrillen

Gar nicht einfach, doppelt zu sehen Duderstädter BBS-Schüler absolvieren Fahrversuche mit Rauschbrillen

Drei kleine Bier - wie schlimm können die sich schon auf das Fahrvermögen eines jungen Menschen auswirken? Schüler der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt haben es ausprobiert. Sie haben Fahrversuche mit Rauschbrillen unternommen.

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In Schlangenlinien durch Pylone – eine Herausforderung, wenn der Fahrer eine Rauschbrille trägt. Seine Sicht entspricht der oben im Bild.

Quelle: Eckermann

Duderstadt. 0,8 Promille werden in den Versuchen mit Tag- und Nachtbrille simuliert. „Die Idee dazu ist während der Verkehrssicherheitswoche entstanden“, erklärt Dierk Falkenhagen, der die Veranstaltung der Schule als Präventionsbeauftragter der Polizei begleitet.

 
Zunächst geht es in die Theorie und das langsame Herantasten an das Gefühl, morgens um acht schon im Rausch zu sein, zumindest, sofern keine Alkoholgewöhnung vorliegt. „Jemand, der alkoholgewöhnt ist, wird durch die Brille wohl kaum beeinflusst“, erklärt Falkenhagen. Auf die BBS-Schüler trifft das wohl nicht zu: Erst Versuche im Klassenraum, bei aufgesetzter Brille Schlüsselanhänger und andere Gegenstände aufzuheben, zwischen zwei Stühlen hindurchzugehen und einen Papierball aufzufangen, sorgen für einiges Gelächter: Der Blick ist seltsam gesenkt, die Schritte tapsig, beim Bücken gibt es den ein oder anderen Ausfallschritt, beim Fangen wird lustig in die Hände geklatscht. Das Schwierigste sei das Fangen, sind sich die Schüler einig. Falkenhagen bestätigt: „Je komplexer die Bewegung, desto anstrengender wird es für unser Gehirn.  

 
Anschließend geht es auf die Linie, nicht etwa auf den Strich, wie ein Schüler scherzhaft sagt. Geradeaus, wo ist das? „Oh, Du tanzt für uns“, lachen die Schüler beim Versuch eines jungen Mannes. Der Selbstversuch beweist: Betrunken auf dem rechten Weg zu bleiben, gleicht einem Tanz auf dem Seil.

 

 
Mit der Sackkarre zirkeln die Schüler um Verkehrshütchen herum – eine Aufgabe, die erstaunlich gut gelingt, obwohl der Tunnelblick ein echtes Problem darstellt. Dann werden Fußgängersituationen simuliert. Slalom durch Hütchen, mit der Hand darauf fassen, mit dem Zeigefinger berühren. Schwankend und wankend bewegen sich die Betrunkenheits-Probanden über den Schulhof. Gleichgewicht und das Einschätzen von Entfernungen bereiten Schwierigkeiten. „Im Straßenverkehr kommt noch die Geschwindigkeit dazu“, erklärt Falkenhagen.

 
Den Live-Test unternehmen die Schüler in ihren eigenen Fahrzeugen: Erst gilt es, einen Parcours durch Pylonen hinter sich zu bringen, dann soll ein- und ausgeparkt werden. „Im Ernstfall wären jetzt echte Autos in der Nähe“, warnt Falkenhagen. Im Schulversuch nicht – und das ist auch besser so, wie sich zeigt.

 
Ob der Unterricht mit Rauschbrille dazu führen wird, dass weniger Jugendliche betrunken ins Auto steigen, wird sich zeigen. „In jedem Fall ist es ein berauschendes Erlebnis, einmal den Test mit der Brille zu machen“, sagt Falkenhagen.

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©Richter