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Duderstädter Bednorz-Möhl-Haus wird bei Tag der Architektur gezeigt

Wohnen wie in Japan Duderstädter Bednorz-Möhl-Haus wird bei Tag der Architektur gezeigt

Irgendwas ist anders am Haus der Familie Bednorz-Möhl. Vielleicht ist es das strahlende Weiß der Fassade? Vielleicht die Hausnummer , die in großen Lettern Besuchern verkündet, dass sie am Klingenburgweg VIER angelangt sind? Vielleicht die Stelen im Garten oder die rundumlaufende graue Sockelgestaltung? Nein.

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Quelle: ef

Duderstadt. Von Nadine Eckermann
Duderstadt. Irgendwas ist anders am Haus der Familie Bednorz-Möhl. Vielleicht ist es das strahlende Weiß der Fassade? Vielleicht die Hausnummer ①, die in großen Lettern Besuchern verkündet, dass sie am Klingenburgweg VIER angelangt sind? Vielleicht die Stelen im Garten oder die rundumlaufende graue Sockelgestaltung? Nein. Das Haus ist winzig. Susanne Möhl und Lars Bednorz haben auf dem Grundstück der Großmutter Möhls – 50 Meter lang, elf Meter breit – ein Haus gebaut, in dem die fünfköpfige Familie Platz findet. Mit Garten, Balkon und Garage ②.

Keine einfache Aufgabe für Architekt Michael Schmutzer. „Für japanische Verhältnisse ist das Grundstück großzügig“, hat sich Schmutzer der Herausforderung gestellt. Mit Erfolg: Das Haus ist unter den 110 Objekten, die am Tag der Architektur teilnehmen. Eine Besonderheit für den Architekten und für die Stadt. Im Januar 2013 stiegen die Bauherren und der Architekt in die Planungen ein. „Der Startschuss sollte eigentlich im Sommer fallen, doch dann mussten erst noch Genehmigungen eingeholt werden“, erklärt Möhl. Schließlich begannen im November die Arbeiten. „Die Baugenehmigung habe ich mittags um 12 geholt, um 14 Uhr stand der Bagger auf dem Grundstück“, erklärt Möhl. Ähnlich rasant seien die Arbeiten dank des milden Winters fortgeschritten. Anfang Januar wurde Richtfest gefeiert. „Vom ersten Tag an war der Klingenburgweg eine Pilgerstätte“, sagt Möhl lachend. Kaum jemand habe sich vorstellen können, auf dieser Fläche tatsächlich ein Haus unterbringen zu können, das nach dem Bebauungsplan zweigeschossig, ab 20 Metern von der Straße eingeschossig aufgebaut werden musste.

„Mit Grenzabstand blieb die Möglichkeit für ein Haus von fünf Metern Breite. Wenn man die Wände abzieht, 4,20 Meter. Wir brauchten die Länge, um die Breite auszugleichen“, erklärt Schmutzer. Dennoch wirkt das Haus keineswegs schlauchig, die Räume nicht beengt. Viel Licht fällt durch die Fenster, die nach dem Vorbild eines Strichcodes angeordnet sind und einem Modulsystem folgen. Außerdem hat der Architekt dank spezieller Ziegel mit mineralischer Wärmedämmung und dank einer Bodendämmung eine hohe Energieeffizienz erreichen können, ohne mit einem Wärmedämmverbundsystem zu arbeiten, was Schmutzer grundsätzlich ablehnt. Eine Luft-Wärmepumpe und eine Solaranlage auf dem Dach tragen ihr Übriges bei.

Klare Linien, ein kompakter Baukörper und symmetrische Anordnungen lassen das Haus ästhetisch reizvoll und modern aussehen. Die klassische Dreiteilung in Sockel, Fassade und Dach ist erkennbar, aber ungewöhnlich umgesetzt, beispielsweise durch farbliche Absetzungen. Eine hochgezogene Dachkante, hinter der das Satteldach liegt, ergibt zudem ein harmonisches Gesamtbild.

Für die Gemütlichkeit im Inneren haben die Bauherren mit individueller Gestaltung, treffsicher eingesetzten Farben und vielen Ideen gesorgt. Im Kindertrakt, der durch eine Brücke vom Erwachsenentrakt getrennt ist ③, führen Bücherregal-Treppenstufen ④ vom Spiel- zum Schlafbereich. Den Wäscheschacht verschließt ein Klodeckel ⑤, und die Wandgestaltung im Bereich der Wohnküche ⑥ besteht aus Bauplänen, Skizzen und Notizen zum Hausbau. Zwischen Elternschlafzimmer und Badezimmer ist eine Glaswand gezogen ⑦, der Kreativraum mit Spritzern aller Farben, die im Haus verwendet wurden, gestaltet ⑧.

Die Architektenkammer veranstaltet den Tag der Architektur am 28. Juni. Dann werden um 11, 14, und 16 Führungen im Haus Bednorz-Möhl angeboten. Außerdem gibt es eine Wanderausstellung und einen Katalog.

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