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Bürger vermissen ihren Weihnachtsbaum

Scharfe Kritik am Weihnachtstreff in sozialen Medien Bürger vermissen ihren Weihnachtsbaum

Einen kleinen Shitstorm bei Facebook hat die Verlegung des Weihnachtstreffs und der Verzicht auf den sogenannten Bürgerbaum ausgelöst. Treffpunkt-Stadtmarketing-Vorsitzender Hubertus Werner zeigt Verständnis für den Unmut, verteidigt aber die Entscheidung aus Sicherheitsgründen.

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Ein Bild aus vergangenen Jahren: Hier wurde der beliebte Bürgerbaum in der Innenstadt aufgestellt.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Kein gutes Haar lassen mehrere Kommentare am Duderstädter Weihnachtsmarkt und dem Standortwechsel vom Rathaus zur Unterkirche. Von einer „Lachnummer“ ist dort die Rede, Lieferanten schimpfen über Umwege, Einwohner über Lastwagen im Rückwärtsgang. Andere beklagen die geringe Größe des Weihnachtstreffs („Da geben sich manche Dörfer ja mehr Mühe“) oder vermissen den Bürgerbaum, der jahrelang „mutterseelenallein“ an der Unterkirche stand: „Jetzt, wo der Weihnachtsbaum auch mal wieder zur Geltung kommen kann, verschwindet er ganz.“

Im Bereich der Unterkirche war der Weihnachtsmarkt bereits bis vor sieben Jahren angesiedelt. Dass er jetzt wieder den Rathausvorplatz verlässt, hängt mit dem Brandschutz zusammen. Werner verweist auf die Empfehlung des Landesfeuerwehrverbandes, zu Gebäuden 3,5 Meter Abstand einzuhalten. Der Weihnachtstreff sei stets eine Gratwanderung und ein Kompromiss zwischen Brandschutz, Verkehr und den Interessen der Marktbeschicker.

Durch die Vielzahl an Weihnachtsmärkten sei es schwer, geeignete Bewerber zu finden: „Mit den großen Weihnachtmärkten wie in Goslar oder Erfurt , die hohe Umsatzchancen bieten, können wir nicht mithalten und greifen deshalb auf verlässliche lokale Akteure zurück.“ Zudem sollten karitative Standbetreiber wie Lebenshilfe und DRK mit ihrem Glühweinausschank nicht ins Hintertreffen geraten. Das Angebot sei vor allem als geselliger Treffpunkt gedacht, deshalb heiße es ja auch Weihnachtstreff statt -markt. Auch der neue Standort biete vielfältige Dekorationsmöglichkeiten.
Wie viele Bürger bedauert auch Werner den Verzicht auf den Bürgerbaum, für den an der Unterkirche eigens eine Bodenhülse mit zehn Tonnen Gegengewicht geschaffen wurde. In Kombination mit dem Weihnachtstreff könne der Baum an dieser Stelle aber nicht aufgestellt werden.

Auch Fällen, Tieflader-Transport und Aufstellen seien ein finanzielles Problem und nicht versichert. „Wir sind risikobewusster geworden“, sagt Werner, schließt aber für die Zukunft nicht aus, dass es wieder einen Bürgerbaum gibt. Auch einen Weihnachtstreff-Wechsel zwischen oberer und unterer Marktstraße könne er sich vorstellen: „Es muss ja nicht immer alles gleich bleiben.“

Sauerland-Fichten 
statt Baumriese

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das wollten Stadt und Treffpunkt, als sie 2002 den sogenannten Bürgerbaum einführten, der alle anderen Outdoor-Weihnachtsbäume in der Innenstadt überragte. Bürger konnten sich zu groß gewordener Nadelbäume entledigen, die dann in der Marktstraße für Glanz sorgten. Während in den Metropolen das weltweite Wettrüsten um den höchsten Weihnachtsbaum fortschreitet, bleibt es jetzt in Duderstadt bei Lichterketten in kahlen Lindenkronen und 120 Sauerland-Fichten in der Fläche. Vor dem Rückzieher war für dieses Jahr bereits eine Colorado-Tanne ausgeguckt, ein Highlight war vor zwei Jahren eine 17 Meter hohe Nordmanntanne. 2005 wurde schon einmal wegen der Eisbahn an der Unterkirche auf einen Bürgerbaum verzichtet, 2009 wegen Verlegung des Weihnachtstreffs vor das Rathaus.

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