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Duderstädter Bürgerinitiative will gegen Öffnung der Fußgängerzone protestieren

Es brodelt bei der Bürgerinitiative Duderstädter Bürgerinitiative will gegen Öffnung der Fußgängerzone protestieren

Die Bürgerinitiative Lebendige Stadt Duderstadt will weiter auf die Straße gehen. Nach der Beschlussfassung des Rates der Stadt Duderstadt über eine Satzung zur Verkehrsregelung in der Fußgängerzone und der Entscheidung für einen Verkehrsversuch mit temporärer Teilöffnung der Fußgängerzone brodelt es in den Reihen der BI-Mitglieder.

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Die Bürgerinitiative Lebendiges Duderstadt kündigt Aktionen gegen die Öffnung der Fußgängerzone an.

Quelle: Richter/Archiv

Duderstadt. Die Verfechter einer reinen Fußgängerzonenlösung mit festen Regeln und regelmäßigen Kontrollen sehen in den Tatsachen, die der Rat der Stadt geschaffen hat, einen Schritt in die falsche Richtung. Nach niedersächsischem Straßenrecht sei die Fußgängerzone den Fußgängern und Radfahrern in der Stadt gewidmet. Damit sei eine Öffnung für den Allgemeinverkehr ein Verstoß gegen bestehendes Recht – auch, wenn es sich nur um eine zeitlich begrenzte Teilöffnung handele.

 
Schleichende Dauerlösung befürchtet

 
Die Mitglieder der BI befürchten nicht nur, dass schleichend eine Dauerlösung eingeführt werden könnte, sie kritisieren auch, dass mit dem Beschluss der Bürgerwille missachtet werde. In Umfragen sei deutlich geworden, dass der überwiegende Teil der Duderstädter sich für die Fußgängerzone in Reinform ausspreche. „Und nun wird sie aufgemacht“, glaubt Sprecher Wilfried Dierkes, der ein Zurückdrehen der Lösung nach Fertigstellung des Stern-Parkplatzes oder einem Jahr für illusorisch hält. Auf diesen Zeitraum hatten die Mitglieder des Rates der Stadt den Verkehrsversuch beschränkt.

 
Die Verunsicherung in der Bevölkerung nach dem Ratsbeschluss über Beginn und Umsetzung des Versuchs habe dazu beigetragen, dass der Bereich Spiegelbrücke schon jetzt munter befahren werde. „Morgens um acht ist Schlange stehen angesagt“, berichtet Dierkes. Dies betreffe sowohl die Durchfahrt als auch das Parken, von dem schon jetzt Gebrauch gemacht werde. Von den angekündigten Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt hätten die Mitglieder der BI bisher nichts mitbekommen, ergänzt Sprecherin Katja Neumann. 

 
Gefahr verstärkt, nicht gemindert

 
Scharfe Kritik üben die Verfechter der Fußgängerzone daran, dass der Paragraf 45 zur Begründung der Versuchsphase herangezogen worden sei. Darin ist festgelegt, dass Verkehrsversuche zur Erprobung verkehrsregelnder Maßnahmen zur Minimierung von Gefahren vorgenommen werden könnten. „Die Autos, die jetzt fahren sollen – die stellen eine Gefahr für Radfahrer und Fußgänger dar“, warnt Dierkes.

 
Um die Duderstädter über ihre Meinung zum Thema Fußgängerzone zu informieren, planen die Mitglieder der Bürgerinitiative wieder Aktionen auf der Marktstraße. In den vergangenen Wochen war es ruhig um die Aktivisten gewesen. Neumann erklärt dies damit, dass die neuen Voraussetzungen nach dem Beschluss im Stadtrat zunächst diskutiert werden mussten. Außerdem habe man sich Informationen besorgen müssen. „Aber der Protest wird nicht nur aufrecht erhalten“, kündigt Dierkes an. „Er wird sogar verstärkt“, sagt er.

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©Richter