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Duderstädter Café Grenzenlos macht Schule

Integrationsprojekt Duderstädter Café Grenzenlos macht Schule

Eine Idee mit Strahlkraft: Das 2004 gegründete Duderstädter Integrationsprojekt Café Grenzenlos dient anderen als Vorbild. In Uslar hat sich eine ähnliche Initiative gegründet. Zu seinem sechsten Geburtstag konnten die Initiatorinnen des Cafés jetzt zahlreiche Gäste begrüßen.

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So bunt wie das Geburtstagsbuffet: Seit sechs Jahren erfüllen Frauen aus mehr als 20 Nationen das Café Grenzenlos mit Leben.

Quelle: Pförtner

„Wir machen keine Unterschiede“, beschreibt Evelyn Stellhorn die Ausrichtung des Café Grenzenlos während der Feierlichkeiten zum sechsjährigen Bestehen des Integrationsprojektes. „Es ist egal, welches Alter sie haben und welche Nationalität: Hier sind alle Frauen willkommen.“ Während sie das berichtet, strömen Frauen aller Alterstufen an ihr vorbei ins Innere des Duderstädter Jugendfreizeitheims, wo das Geburtstagsfest stattfindet. Frauen mit und ohne Kopftuch, junge und alte. „Viele nehmen sich frei, um heute hier sein zu können“, macht Stellhorn deutlich. Eine ältere Dame schiebt langsam ihren Rollator vorbei, wird herzlich begrüßt und murmelt „ich habe mich eigens hierher geschleppt.“

Im Laufe der Jahre hat sich die ehrenamtliche Maßnahme, die als gemeinsames Frühstück begann, enorm ausgeweitet: Jetzt kommen Frauen aus fast 25 Nationen zu den Treffen, erklärt Stellhorn, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Zahlreiche Nebenprojekte entwickelten sich aus dem Gesprächskreis, die von der Stadt und dem Landkreis unterstützt werden.

Gleich mehrere Gäste von außerhalb können die Initiatorinnen in der mit 80 Frauen besetzten Turnhalle begrüßen. Sie haben Besuch aus Rosdorf, aus der von Duderstadt inspirierten Initiative in Uslar und aus Northeim.

Wie auch das heutige Fest sind die Ableger, die sich aus dem Café entwickelt haben, auf interkulturelle Kommunikation ausgelegt. Es gibt eine Kreativgruppe, ein eigenes Kräuterbeet unter dem Dach des Internationalen Gartens, Vorträge zu Konfliktmanagement, Sprachwerkstätten für Kinder oder einen Fitnesskurs. Das alles richtet sich an Mädchen und Frauen, erläutert Stellhorn. Getragen wird es durch die Begeisterung der Teilnehmerinnen, von denen manch eine inzwischen selbst Kurse leitet. „Alle sind offen, alle wollen sich engagieren“, beschreibt Lucia Kirscht, gebürtige Chilenin, die vor 24 Jahren nach Deutschland kam. Das geht nicht zuletzt ihr selbst so: „Es erfüllt mich, mit Menschen zu arbeiten, Erfahrungen weiterzugeben und nicht isoliert zu bleiben. Das Café Grenzenlos ist eine Herzenssache.“

Von Erik Westermann

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