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Duderstädter Einbrecher zu Bewährung verurteilt

Gericht Duderstädter Einbrecher zu Bewährung verurteilt

Zu einem Jahr und sechs Monaten Jugendstrafe beziehungsweise sechs Monaten Freiheitsstrafe hat das Jugendschöffengericht am Dienstag zwei Männer im Alter von 18 und 22 Jahren wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls verurteilt. Die Strafen werden auf Bewährung ausgesetzt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Duderstädter am 31. Januar unter Einfluss von Alkohol in ein Wohnhaus eingebrochen waren, um nach Diebesgut zu suchen. „Beide wussten noch, was sie taten“, urteilte Richter Michael Pietzek. Wie viel Bier und Wodka die Männer getrunken hatten, ließ sich nicht klären, ein Atemalkoholtest nach der Festnahme ergab Werte von mehr als einem Promille. Nach dem Umtrunk seien die beiden „spazieren gegangen“ und hätten das unbeleuchtete Haus gesehen. Das habe sie auf die Idee gebracht, einzubrechen, erklärten die Angeklagten.

 
Nach einem gescheiterten Versuch, durch eine Kellertür einzubrechen, stiegen sie über ein Fenster in den Keller ein. Im Inneren des Hauses öffneten die Täter Schränke, wurden aber vom Schein der Taschenlampen der Polizeibeamten aufgeschreckt und flohen. Die Polizisten fanden die Einbrecher zusammengekauert hinter einem Auto. Ein Messer und ein Schraubendreher, die der Ältere bei sich hatte, konnten nicht mit der Tat in Verbindung gebracht werden. Wer von beiden ein weiteres Messer mitgehen ließ, blieb ebenfalls unklar.

 
Die Angeklagten waren weitestgehend geständig. Allerdings schien es Pietzek merkwürdig, dass den Männern nachts um 1.15 Uhr ein unbeleuchtetes Haus ins Auge gefallen und die Idee zum Einbruch spontan entstanden sein sollte. Zumal während einer Vernehmung die Rede von einem Bruch gemeinsam mit einem Dritten gewesen sein soll. Auch der Versuch, den Rausch als Ursache der Schnapsidee vorzuschieben, scheiterte. Pietzek kannte den 18-Jährigen als Alkoholiker, der im Suff schon häufiger Straftaten begangen hatte – und für den 1,27 Promille kaum spürbar gewesen sein dürften. Der Mann hatte zuvor wegen Sachbeschädigung, Nötigung und Diebstahls vor Gericht gestanden. Beim aktuellen Urteilsspruch wurde eine Trunkenheitsfahrt einbezogen: Der Jugendliche hatte mit mehr als zwei Promille intus den Audi seines Vaters gestohlen, war in eine Toreinfahrt gekracht und hatte auf der Flucht vor der Polizei eine Mauer beschädigt. Der Ältere war ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt.

 
Trotz positiver Sozialprognose für beide warnte Pietzek vor weiteren Straftaten. Er erlegte dem Jüngeren auf, sich in Therapie zu begeben. Zudem verbot er ihm Alkohol und gab eine Führerscheinsperre vor. Der Ältere muss Sozialstunden leisten.

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©Richter