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Duderstädter Gespräche zur Flüchtlingspolitik mit Doris Schröder-Köpf und Oliver Junk

Duderstädter Gespräche zur Flüchtlingspolitik mit Doris Schröder-Köpf und Oliver Junk

„Auf der Flucht - zwischen Asyl und gewünschter Zuwanderung“. So lautete das Motto der 26. Duderstädter Gespräche im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg. Rund 140 Gäste folgten der vom Kolping-Diözesanverband ausgerichteten Podiumsdiskussion zur Flüchtlingssituation.

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Quelle: SPF (Symbolbild)

Duderstadt. Bereits am Vorabend hatte man sich mit Experten über die Flüchtlingspolitik kundig gemacht. Kai Weber, Geschäftsführer des Flüchtlingsrates Niedersachsen, stellte die Arbeit der Härtefallkommission vor. Über   „Flucht und Migration – Herausforderungen für die Politik“ sprach Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Allein im Jahre 2014 seien von Italien mehr als 140 000 Flüchtlinge aufgenommen worden. Die Welt sei in Bewegung. Derzeit befänden sich weltweit mehr Menschen auf der Flucht als zum Ende des 2. Weltkrieges. In Deutschland seien innerhalb von sechs Monaten 25 000 Flüchtlinge eingetroffen. Um der in Zukunft noch steigenden Zahl von Flüchtlingen Herr zu werden, müssten laut Schmidt Prioritäten für bestimmte Länder gesetzt werden.

Mit „Integration als Chance für unsere Gesellschaft“ setzte sich Doris Schröder-Köpf (SPD), Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, auseinander. Sie beklagte, dass es in zunehmendem Maße Gewalt gegen Flüchtlinge gebe und setzte sich vehement für eine bessere Willkommens- und Anerkennungskultur ein. Auf die Notwendigkeit einer humanitären Offensive für Flüchtlinge und eine neue Asylpolitik bezog sich Luise Amtsberg (Bündnis 90/Die Grünen) und forderte für ihre Partei eine liberalere Flüchtlingspolitik. Eine Zielrichtung der Politik in der Flüchtlingsfrage benannte Dr. André Berghegger (CDU) und nannte ein Einwanderungsgesetz als ideale Lösung für dieses Problem. Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) plädierte für einen Rückbau der Verwaltung und eine finanziell höhere Beteiligung von Bund und Ländern zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik.

Abschließend ging Pastor i. R. Gerrit Halms auf das Thema „Humanitäre Hilfe als Christenpflicht“ ein. Er selbst hatte vor einiger Zeit sein Gotteshaus für Flüchtlingsunterkünfte geöffnet. Er betonte, für Christen müsse es selbstverständlich sein, im Denken, Reden und Handeln zu überzeugen, dass jeder Mensch ein Abbild Gottes sei. Dazu zitierte er mehrere Stellen aus der Bibel, in denen immer wieder zum Ausdruck komme, dass sich Jesus stets für die ärmsten und hilflosen Menschen eingesetzt habe.

Alle Redner waren der festen Meinung, dass die Bundesrepublik Deutschland wegen des demografischen Wandels langfristig auf Zuwanderung von Arbeitskräften angewiesen sei. Es wurde davor gewarnt, die Flüchtlingsproblematik, die Asylfrage und die Frage nach der Integration undifferenziert zu vermischen.

Von Gerhard Germeshausen

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