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Duderstädter Gymnasium bangt um seinen Bestand

Vorrang für Integrierte Gesamtschulen Duderstädter Gymnasium bangt um seinen Bestand

An Niedersachsens Gymnasien liegen die Nerven blank. Grund dafür ist das neue Schulgesetz, das im Frühjahr verabschiedet werden soll. „Die Integrierte Gesamtschule kann künftig in einer Region alle anderen Schulen ersetzen“, moniert Astrid Thielecke.

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Duderstädter Gymnasien bangen um ihren Bestand

Quelle: dpa

Duderstadt. Die Duderstädter Ortsverbandsvorsitzende des Philologenverbandes  und ihr Mitstreiter Stefan Kuntscher vom Eichsfeld-Gymnasium (EGD) befürchten das Aus nicht nur für viele Gymnasien, sondern auch für Oberschulen, Kooperative Gesamtschulen, Haupt- und Realschulen:

„Die Eltern müssen das Recht behalten, die bestmögliche Schule für ihr Kind wählen zu können – sei es die Astrid-Lindgren-, die St.-Ursula-, die Heinz-Sielmann-Realschule, die KGS in Gieboldehausen oder das Eichsfeldgymnasium.“ EGD-Leiter Thomas Nebenführ teilt die Sorge, dass die Vielfalt der Schulformen durch eine Einheitsschule ersetzt werden soll.

Die Gesetzesnovelle sehe zwar vor, dass „in zumutbarer Entfernung“ von einem Schulstandort bis auf weiteres noch ein Gymnasium vorhanden sein solle, sagen Thielecke und Kuntscher, die als Delegierte beim Philogentag in Goslar vertreten waren.

Als „zumutbar“ gelte aber nach gegenwärtiger Interpretation auch ein zweistündiger Schulweg plus Buswartezeiten – für jüngere Schüler eine kaum zumutbare Belastung. „Zudem sollen Grundschulen und Integrierte Gesamtschulen für einen nahtlosen Übergang zusammengelegt werden können.“

„Es geht mehr um Ideologie und Finanzen als um die Kinder“

Als gegen das Gymnasium gerichtete Politik kritisieren die Delegierten die Arbeitszeiterhöhung für Gymnasiallehrer, gegen die auch am EGD mit der Streichung von Klassenfahrten protestiert wurde: „Jetzt sollen auch noch die Schullaufbahnempfehlungen abgeschafft und die Leistungsanforderungen auf den Gymnasien gemindert werden. Zu guter Letzt wird dann in Zukunft noch die Gymnasiallehrerausbildung abgeschafft.“

„Es geht mehr um Ideologie und Finanzen als um die Kinder“, meint Thielecke und sieht den freien Elternwillen in Gefahr: „Angesichts der Popularität des Gymnasiums will Rot-Grün mit der wahrheitswidrigen Behauptung, diese Schulform habe nichts zu befürchten, der Öffentlichkeit Sand in die Augen streuen.“

Scharfe Kritik üben die Philologen auch an der Schulpolitik im Kreis Göttingen. Der Landkreis habe ein Gutachten zur Schulentwicklung in Auftrag gegeben, in dem die Tendenz zur  kostengünstigen Integrierten Gesamtschule schon aus den Vorbemerkungen deutlich werde. Nebenbei würden die Schulbezirke geändert. Damit werde sichergestellt, dass die Anmeldezahlen an den ländlichen Gymnasien in Duderstadt und Hann. Münden heruntergingen.

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©Richter