Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Duderstädter Hollenbach-Stiftung feiert 60-jähriges Bestehen

„Wir fühlen uns hier sauwohl“ Duderstädter Hollenbach-Stiftung feiert 60-jähriges Bestehen

„Als ich 1939 bei der Post anfing, standen hier noch Kleingärten.“ So weit in die Vergangenheit eintauchen konnte von den Rednern beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen der Hollenbach-Stiftung am Mittwoch nur Heimbeirat Hubert Sommerfeld, der am 1. Juni 90 Jahre alt wird. Das Haus am Adenauerring sei ihm zur Heimat geworden, die Innenstadt mit dem Rollator auf kurzem Wege erreichbar: „Wir fühlen uns hier sauwohl und haben keinen Grund zur Klage.“

Voriger Artikel
Naturschutzgebiet: Entscheidung verzögert sich
Nächster Artikel
Rhumspringer feiern am Pfingstwochenende Schützenfest

„Wir wollen nicht zu einem Pflegeheim werden, sondern Altenheim bleiben“: Helmuth Artmann.

Quelle: Mahnkopf

Duderstadt. Mit dem Haus älter und ebenfalls in diesem Jahr 60 geworden ist die langjährige Mitarbeiterin Hildegard Kreter. Als sie anfing, habe es nur einen Pflegebedürftigen gegeben, 1990 habe das bereits für die Hälfte der Bewohner gegolten. Das Durchschnittsalter und die Zahl der Demenzerkrankungen seien gestiegen, mit der Pflegeversicherung hätte die Bürokratie immer breiteren Raum eingenommen, sagte Kreter, beklagte „unrealistische Zeitvorgaben“ und empfahl den Verantwortlichen ein Praktikum in der Altenpflege. „Pflege ist mehr als satt, trocken und sauber“, betonte auch Mitarbeiterin Silvana Gerlach: „Wir brauchen mehr Zeit für die Menschen, nicht eine Dokumentation nach der anderen.“ Gerlach beschrieb ihren Weg von der Friseurin zur Altenpflegerin.

 
Mit dem löste sie auch ein Versprechen ein, das sie Renate Jünemann gegeben hatte – der verstorbenen Tante von Stiftungsgründer-Enkel und Kurator Helmuth Artmann. Der blickte auf die Geschichte seiner Familie und der 1955 in Betrieb gegangenen Einrichtung zurück und hob das Selbstverständnis des Hauses hervor: „Wir wollen nicht zu einem Pflegeheim werden, sondern Altenheim bleiben.“ Als er 2001 die Verantwortung für das von seinem Vater mit Weitsicht konzipierte, aber  in die Jahre gekommene Haus übernahm, habe er eine Analyse vorgenommen, betriebswirtschaftliche, bauliche und strukturelle Veränderungen eingeleitet. „Wir sind auch heute nicht am Ziel, sondern immer nur auf dem Weg dorthin“, sagte Artmann und freute sich über die Akzeptanz der Einrichtung auch bei den Angehörigen. Seit Jahrzehnten stehe das Haus für vorbildliche Seniorenarbeit, biete Geborgenheit, Hilfe und Sicherheit in schöner Umgebung, betonte Heimleiterin Bettina Wüstefeld.

 
Duderstadts Ehrenbürgemeister Lothar Koch (CDU), der als Gymnasiast den Bau des Seniorenheimes mitverfolgt hat, erzählte Anekdoten aus der Frühzeit der Stiftung, die die Stadt beschenkt habe: „Das Haus bietet Menschen am Ende ihres Lebensweges gelebte Barmherzigkeit, Würde und Heimat.“ Als Geschenk überreichte Koch ein Duderstädter Wappen aus Holz und – nicht ohne ironische Anmerkungen – einen 50-Euro-Scheck des Landkreises. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt samt Gottesdienst mit Propst Bernd Galluschke und Pastorin Christina Abel von Sabine Gottschalk und Uwe Gildein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter