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Duderstädter Jagdhornbläser erneut deutscher Vizemeister

Wettbewerb Duderstädter Jagdhornbläser erneut deutscher Vizemeister

Die Jagdhornbläser der Jägerschaft Duderstadt sind am Sonntag, 17. Mai, erneut deutscher Vizemeister geworden. Von dem Wettbewerb auf dem Gelände von Schloss Kranichstein bei Darmstadt berichtet der Gieboldehäuser Wolfgang Wüstefeld, der seit Jahren bei den Jagdhornbläsern mitmischt.

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Mit dicken Backen zum deutschen Vizemeister: die Jagdhornbläser der Jägerschaft Duderstadt.

Quelle: Wüstefeld

Stilvoll mit Trachtenjanker, Dirndl oder anderen festlichen Anzügen gekleidete Menschen, Jagdhunde aller Rassen, auf Bänken und Tischen abgelegte oder an Geweihgestellen aufgehängte Jagdhörner, große und kleine, Hörnerklang im Park des Jagdschlosses Kranichstein, dem Mekka der deutschen Jagdhornbläser –  das ist der Bundeswettbewerb im Jagdhornblasen, der vom Deutschen Jagdschutzverband alle zwei Jahre bei Darmstadt veranstaltet wird. Jagdhornbläser aus allen Gegenden Deutschlands trafen sich am Sonntag, um in zwei Wertungsklassen die besten Jagdhornbläser Deutschlands zu ermitteln.

Die Sonne strahlte aus allen Knopflöchern von einem wolkenlosen Himmel. Glücklich die Zuschauer, die sich leichter kleiden konnten als die Akteure, die sich auch mit ihrer Anspannung auseinandersetzen mussten. Schlachtenbummler, auf ihren Auftritt wartende Bläser und sonstige Besucher zogen sich unter die weit schirmenden Äste der alten Kastanien zurück, wo sie in der Nähe der Bühne alles hören konnten und meist auch sehen konnten. 

Zum fünften Mal hörten sie nun das Signal „Aufmunterung zum Treiben“. Aus sechs Losgruppen wurde eine ausgewählt und dann von den nächsten fünf Bläserformationen vorgetragen. Dann wurde neu ausgelost. Jetzt erklang der „Eichsfelder Jägermarsch“. Daran und an dem typischen Klang der Hörner erkannten die Insider: Auf der nahen Bühne trat gerade das Bläserkorps der Jägerschaft Duderstadt auf, eine Gruppe, die seit 30 Jahren unter den besten fünf des Bundeswettbewerbs rangiert. Somit eine der beständigsten Formationen, der es keine Probleme bereitet, Signale und Fanfaren vorzutragen, die erst kurz vor dem Auftritt ausgelost werden. 

Ein Mann mehr als gefordert

Auch der Auftritt gleich hinter einem weiteren Titelaspiranten, der niedersächsischen Bläsergruppe Lönsberg, sowie der späte Startplatz 22 bei 24 teilnehmenden Gruppen darf eine Spitzengruppe nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Andere Schwierigkeiten hatten sie im Vorfeld bereits bewältigen müssen. Gerade mit einem Mann mehr als den geforderten zehn Bläsern reisten Rudi Lindner und seine Mannen zum Bundeswettbewerb. Da darf keiner eine Pause machen. Bei so wenigen Bläsern hört man das, und die fünf Wertungsrichter „belohnen“ ein plötzlich dünner klingendes Vortragsstück mit Punktabzügen in den Sparten „Notengerechter Vortrag“, „Tonreinheit“ und „Gesamteindruck“. 

Hochkonzentriert brachten die Eichsfelder – achtfacher Landesmeister in Niedersachsen – mit ihren „Fürst-Pleß-Hörnern die „Begrüßung“ zu Gehör, gefolgt von den Signalen „Damhirsch tot“, „Jagd vorbei – Halali“ und „Aufmunterung zum Treiben“. Den Abschluss bildete das Selbstwahlstück der Duderstädter, der „Eichsfelder Jägermarsch“, der nur von ihnen vorgetragen wurde. Am Ende standen 940 von 975 Punkten, ein hoher Wert, den auch die Lönsberger erreichten. Damit errangen sie den – wenn auch geteilten – Titel des deutschen Vizemeisters schon zum vierten Mal. In der Wertungsklasse A, der Königsklasse, wurde nur die Thüringer Jagdhornbläser besser bewertet. 

In der zweiten Wertungsklasse, dem G-Klassement, in der neben den „kleinen Hörnern“ auch die großen Parforcehörner Verwendung finden, hatte Hameln-Pyrmont mit 957 Punkten die Nase vorn. Auch in dieser Klasse mussten sich zwei Gruppen den Titel des Vizemeisters teilen, die Jugendjagdhornbläsergruppe Holm aus Schleswig-Holstein und der Kreisjägerverein Groß-Gerau (Hessen), jeweils mit 955 Punkten.

Mucksmäuschenstill

Beim so genannten Schaublasen, das den Zuschauern die Auswertungszeit überbrückt, wussten die Eichsfelder ebenso zu überzeugen. Sie waren die einzigen, die mit den in Es-Dur gestimmten Parforcehörnern auftraten. Mucksmäuschenstill lauschten einige hundert Zuhörer dem lebhaft vorgetragenem „Galopp“ und der konzertanten „Kurfürstenfanfare“. 

Schon am Vortage hatten die Duderstädter Jagdhornbläser beim hessischen Landeswettbewerb auf sich aufmerksam gemacht, den die meisten deutschen Spitzengruppen traditionell zum „warmmachen“ nutzen. Sie absolvierten diesen Wettkampf mit 923 Punkten und dem vierten Platz, schlugen sogar den hessischen Landesmeister aus Butzbach. Von den Gruppen, die vor ihnen rangierten, Lönsberg aus Niedersachsen und Hegering Ahlen aus Nordrhein-Westfalen, war am Sonntag beim Bundeswettbewerb jedoch keine besser. 

Zu den ersten Gratulanten gehörte Hans-Georg Kracht, der 1.  Vorsitzende der Jägerschaft Duderstadt, der seine Bläser in diesem Jahr nicht begleiten konnte und seine Glückwünsche telefonisch übermittelte. Er freute sich sehr darüber, dass das Aushängeschild seiner Jägerschaft die in sie gesetzten Erwartungen wieder einmal erfüllte.

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©Richter