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Mord im Eichsfeld nur im Krimi

Rückgang von Straftaten 2015 Mord im Eichsfeld nur im Krimi

Die Kriminalitätsstatistik des Polizeikommissariats Duderstadt spiegelt eine positive Entwicklung wider. Die Zahl der Straftaten im Untereichsfeld ist 2015 erneut leicht gesunken, die Aufklärungsquote mit 65,5 Prozent überdurchschnittlich hoch.

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Kriminalstatistik: Weniger Gewalttaten, mehr Diebstähle, keine Zunahme von Wohnungseinbrüchen, hohe Aufklärungsquote.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Seit 2012, als mit fast 2000 Straftaten ein Spitzenwert verzeichnet wurde, ist die Zahl der Delikte kontinuierlich zurückgegangen - auf 1623 im vergangenen Jahr. Davon ereigneten sich 1045 in Duderstadt, 391 in der Samtgemeinde Gieboldehausen und 187 in der Samtgemeinde Radolfshausen. Besonders erfreulich: Tötungsdelikte beschränkten sich auf regionale Krimis und blieben fiktiv. Es gab weder Mord noch Totschlag, die Zahl der Gewalt- und Rohheitsvergehen schrumpfte von 356 im Vorjahr auf 302, die Aufklärungsquote lag bei 94,7 Prozent.

Über die Gründe für den positiven Trend kann die Polizei nur mutmaßen. Einen Zusammenhang mit der Überschaubarkeit und sozialen Kontrolle im ländlichen Raum sieht Polizeisprecherin Jasmin Kaatz, mit Präventionserfolgen und verurteilten Serientätern Duderstadts Polizeichef Otto Moneke.

Kein Anstieg bei Einbrüchen

Bei den Eigentumsdelikten gab es zwar einen Zuwachs von 417 auf 513 Fälle, anders als in Göttingen und weiteren Orten in der Nähe von Autobahnen aber keinen sprunghaften Anstieg von Einbrüchen. Überwiegend handelte es sich um Diebstähle. Die klassischen nächtlichen Wohnungseinbrüche gingen leicht von 23 auf 21 zurück, die sogenannten Tageswohnungseinbrüche stagnierten bei fünf Fällen. 39,5 Prozent der Eigentumsdelikte konnten aufgeklärt werden, bei den Wohnungseinbrüchen 23 Prozent - immerhin mehr als im Landesdurchschnitt. „Einbrüche hinterlassen bei den Geschädigten tiefe Spuren und machen ihnen auf Dauer zu schaffen“, sagt Moneke. Wie bei den Vandalismusfällen sei die Polizei hier besonders auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Die Zahl der Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum stieg von 67 auf 81, die Aufklärungsquote lag bei 28 Prozent. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar, und sei er noch so nebensächlich“, betont Moneke. Die Zahl der Betrugsfälle von Haustürgeschäften über Warenkredit- bis Internetbetrügereien ging von 313 auf 260 zurück - bei einer Aufklärungsquote von 70,3 Prozent.

Den Anstieg von Sexualstraftaten von 16 auf 27 - allesamt aufgeklärt - erklärt Moneke mit Nötigungen und sexuellen Beleidigungen in sozialen Netzwerken. 2015 wurde im Bereich des Duderstädter Kommissariats keine Vergewaltigung angezeigt. Die Fälle häuslicher Gewalt sanken von 92 auf 86 - „ein leichter Rückgang, aber immer noch zuviel.“ Die 96 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (70 im Vorjahr) betrafen überwiegend den Handel mit Cannabis und Amphetaminen.

Flüchtlinge völlig unauffällig

Als völlig unauffällig bewertet die Polizei das Verhalten der Flüchtlinge im Eichsfeld. Trotz Belegung mit 500 Flüchtlingen und hoher Fluktuation wurden von Bewohnern der Unterkunft Rosenthaler Hof lediglich 29 Straftaten begangen - überwiegend Bagatelldelikte wie Ladendiebstahl oder handfeste Streitigkeiten.

Ballenbrände und Einbruchsserie

Für Aufregung gesorgt haben im vergangenen Jahr eine Brandstiftungs- und eine Einbruchsserie im Raum Duderstadt. Beide konnte die Polizei durch Observation der Tatverdächtigen und „andere operative Maßnahmen“ aufklären. In 22 Fällen, die jetzt in einem Sammelverfahren verhandelt werden, sind 2015 Stroh- und Heuballen in Brand gesetzt worden. Den mutmaßlichen Haupttäter – einen jungen Feuerwehrmann – verhaftete die Polizei direkt nach einem Ballenbrand-Einsatz im Feuerwehrhaus seines Heimatdorfes. Bei drei weiteren Tatverdächtigen wurde nach Hausdurchsuchungen umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Gefasst werden konnte auch der inzwischen verurteilte Täter, der bei mehreren Einbrüchen in öffentliche Einrichtungen vom Freibad bis zum Krankenhaus hohen Schaden angerichtet, aber nur geringe Beute gemacht hat. Unter Skurriles verbuchte die Polizei einen 78-Jährigen, der seinen Führerschein abgeben musste und anschließend mit seinem Wagen davonfuhr. Bei der anschließenden Kontrolle gab er an, nicht gewusst zu haben, trotz Fahrverbots nicht mehr fahren zu dürfen. In einem anderen Fall stellte sich bei einer Anzeige heraus, dass der vermeintlich Bestohlene seine Geldbörse statt wie gewohnt in seine rechte in die linke Gesäßtasche gesteckt hatte.

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©Richter