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Duderstädter Lehrerin gibt Deutschkurse

Migranten Duderstädter Lehrerin gibt Deutschkurse

Niemand kann sich zurücklehnen, jeder ist gefordert. „In einer kleinen Gruppe Deutsch zu lernen, ist ungemein effektiv“, hat Annemarie Tauer beobachtet. Die Deutschlehrerin im Ruhestand unterrichtet seit Dezember in der Kindertagesstätte St. Klaus in Duderstadt Migranteneltern.

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Eltern lernen im Kindergarten Deutsch: Didem Demirel, Annemarie Tauer, Ali und Sine Hussein und Özden Koca (von links).

Quelle: Caspar

Duderstadt. Meine beiden Kinder gehen hier in den Kindergarten“, berichtet Özden Koca, die seit zwei Jahren in Duderstadt lebt. Die gebürtige Türkin wohnte zuvor sieben Jahre lang mit ihrem Mann, einem Italiener, in dessen Heimat. Italienisch und Englisch spricht sie neben ihrer Muttersprache Türkisch. Ihr Deutsch verbessert sie nun in Tauers Kurs, den die Lehrerin zweimal in der Woche jeweils eine Stunde lang in der Leddergasse 15 anbietet.

Erstmals Lesen und Schreiben

Zur Gruppe gehört auch Didem Demirel, Mutter einer achtjährigen Tochter und eines vierjährigen Sohns. Seit acht Jahren ist sie in Duderstadt ansässig. Erst im vergangenen Jahr kam das Ehepaar Ali und Sine Hussein mit ihren vier Kindern in die Stadt an der Brehme. Sie mussten aus ihrer Heimat Syrien fliehen, wo sie als Hirten tätig gewesen sind. Sie lernen bei Tauer nun erstmals lesen und schreiben.

Staunen über die Fortschritte

Die Gruppe hat bereits die Zahlen, die Wochentage und die Uhrzeiten geübt. Gerade nehmen sie die verschiedenen Farben durch. Buntstifte liegen auf dem Tisch. Tauer achtet darauf, dass alle ganze Sätze bilden, die Hauptwörter deklinieren, die Verben konjugieren. Die Unterrichtsmaterialien stellt die Stadt. Über die Fortschritte der Teilnehmer staunt Marita Eckermann, die Leiterin der Kindertagesstätte.

Eckermann und ihre Kolleginnen hatten die Idee mit dem Kurs. Ein Fünftel der 100 Kinder in ihrer Einrichtung stammt aus Migrantenfamilien. Den Erzieherinnen fiel auf, dass insbesondere die Frauen aus den islamischen Ländern oft wenig Deutsch können. „Zum Teil verbieten die Ehemänner ihren Frauen die Teilnahme an Kursen, in denen andere Männer sind“, erfuhr Eckermann. Tauer ergänzt, dass einigen Migranten das Niveau in anderen Kursen zu hoch oder das Tempo zu schnell ist.

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