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Duderstädter Pfadfinder initiieren Sportaktion für Flüchtlinge

Gelebte Gastfreundschaft Duderstädter Pfadfinder initiieren Sportaktion für Flüchtlinge

Fußbälle, Federbälle, Volleybälle und Indiacas: Auf den Tennisplätzen in der Halle am Rosenthaler Hof fliegen allerlei Sport- und Spielgeräte durcheinander durch den Raum.  Kinder auf Socken jagen hinterher, Väter in Alltagskleidung kicken die Bälle beiseite, Mütter pritschen, baggern und spielen wieder zu den Kleinen ab. Zwischendrin baut eine Gruppe an einem Wackelturm.

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Spiel und Spaß in der Tennishalle des Rosenthaler Hofes: Duderstädter Pfadfinder gestalten einen gemeinsamen Nachmittag mit Flüchtlingen.

Quelle: Eckermann

Westerode. In einer Ecke am Fenster hingegen ist es ganz still: Dort werden Loom-Bänder geknüpft – und die Mädchen, die die neonfarbenen Armbänder herstellen, verfolgen still und konzentriert, wie Henriette Kellner ihnen erklärt, was sie tun müssen.
„Wir erklären mit Händen und Füßen“, sagt Kellner, die gemeinsam mit rund 20 anderen Pfadfindern des DPSG-Stammes gekommen ist, um den Flüchtlingen, die derzeit im Hotel Rosenthaler Hof untergebracht sind, einige unterhaltsame Stunden zu bieten. Bereits zum zweiten Mal sind sie und die übrigen Pfadis – in Kluft samt Tuch und Knoten – nach Westerode gekommen. Dort leben sie das Motto der diesjährigen DPSG-Jahresaktion „Gast>>Freundschaft: Für Menschen auf der Flucht“ lautet es. Dass die Flüchtlinge in Westerode unterkommen würden, konnte bei den Vorbereitungen der Jahresaktion noch niemand ahnen. Und nun spielen sie Spiele, treiben gemeinsam Sport und verbringen Zeit miteinander.

„Es muss sich herumgesprochen haben, dass wir hier Spaß haben“, sagt Kellner lachend. An diesem Sonntag sei die Halle noch einmal voller als in der Vorwoche. Beim ersten Termin hatte Kellner mit einem Mädchen gespielt, das an diesem Sonntag gleich wieder freudestrahlend auf sie zuläuft, sie umarmt und lacht. Wie sie heißt? Das spielt eigentlich keine Rolle. So, wie auch Kategorien wie Nationalität, Geschlecht, Religion oder Alter außer Acht gelassen werden.

Das beobachtet auch Hoteldirektor Eckhard Melz, der die Aktion der Pfadfinder ausdrücklich begrüßt und die Hilfsbereitschaft der Duderstädter überhaupt als „überwältigend“ bezeichnet. „Wir haben mit keinem unserer Gäste Probleme“, sagt er, spielt selbst einen Ball und klopft einem Jungen auf die Schulter. „Die Menschen hier teilen ein Schicksal. Das eint sie“, glaubt er. Er wünsche sich, dass noch weitere Programmpunkte für die Flüchtlinge angeboten werden könnten, eine Kinderdisco vielleicht oder Tanz. Dazu brauche es Menschen, die mit anfassen. So wie die Pfadis, die auch in den kommenden Wochen wieder in die Tennishalle kommen wollen.

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©Richter