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Duderstädter Rupert Fetsch über Entscheidung für Leben im Kloster

„Ausdauer und lebendiger Glaube“ Duderstädter Rupert Fetsch über Entscheidung für Leben im Kloster

Wenn Bernhard von Clairvaux (1090-1153) in einer Stadt gepredigt hat, schlossen Mütter ihre Söhne zuhause ein. Zu groß war die Sorge, dass sich die jungen Männer dem Orden des Heiligen, den Zisterziensern, anschließen würden. Auch die Mutter von Rupert Fetsch (37) musste schlucken, als ihr Sohn ihr seinen Wunsch offenbarte, ins Kloster zu gehen.

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Lebt im Kloster: Pater Fetsch.

Quelle: Schauenberg

Rhumspringe. Dabei hatte sich die Katholikin Jahre zuvor über seine Entscheidung gefreut, Priester zu werden. Nun aber fürchtete sie, dass der Junge auf Nimmerwiedersehen hinter Klostermauern verschwinden würde, erzählt Pater Fetsch.

Pfarrer Markus Grabowski (38) hatte den Zisterzienser nach Rhumspringe eingeladen, damit er über seine Berufung spricht. Der Hintergrund: Der Papst hat Ende 2014 das „Jahr des geweihten Lebens“ ausgerufen. Intensiv beten 70 Katholiken während der Vorabendmesse darum, dass junge Menschen Gottes Ruf, Priester oder Ordensleute zu werden, hören.

„Es braucht Mut, dieser Stimme zu folgen“, berichtet anschließend der Zisterzienser im Pfarrheim. Auch seien Gläubige nötig, die einen bestärkten. Bei Fetsch war das der Fall. Im Priesterseminar in München fragte er sich dann aber: „War es das schon?“

Die Begegnung mit einem Zisterziensermönch weckte sein Interesse am Ordensleben. Bei einem Besuch des Klosters Heiligenkreuz bei Wien wurde er freundlich empfangen. Im Sommer 1999 lebte er eine Woche mit den Mönchen. Ein Bruder kümmerte sich die ganze Zeit um ihn, zeigte ihm die richtige Stelle im Gebetbuch und aß mit ihm.

„Am Anfang brannte bei mir das Feuer der Begeisterung“

Fetsch gefielen die langen, intensiven Gottesdienste. Allerdings hatte er Probleme damit, jeden Morgen um 4.30 Uhr aufzustehen. Am Ende beschloss er,  sich der Herausforderung zu stellen. Das Kloster Heiligenkreuz zieht auch andere junge Männer an. Sechs Novizen betreut Pater Fetsch, der 2005 zum Priester geweiht worden ist.

Er kümmert sich auch um 14 weitere Personen, zum einen um die Kandidaten, die noch keine Gelübde abgelegt haben, sowie um jene Mönche, die sich auf die feierliche Profess nach Ablauf der ersten drei Jahre vorbereiten. Zum Kloster gehören 90 Brüder, von denen 50 in Heiligenkreuz leben.

„Am Anfang brannte bei mir das Feuer der Begeisterung“, erinnert sich Fetsch. Mit der Zeit kam die Ernüchterung. „Dann braucht es Ausdauer und einen lebendigen Glauben“, verrät der Pater. 50 Prozent der ernsthaft Interessierten brächen ab. Mancher entdecke, dass er doch zur Ehe berufen sei. Die Gemeinschaft verabschiede sich herzlich von solchen Menschen.

Vielleicht finde sich später unter ihren Kindern eines, dass ein geweihtes Leben führen wolle. Für die Eltern sei es dann nicht verloren. Sie würden Teil der großen Klosterfamilie.

Von Michael Caspar

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