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Duderstädter Schüler fragen Zeitzeugen zum Mauerfall

Eine Broschüre ist das Ergebnis der Recherche Duderstädter Schüler fragen Zeitzeugen zum Mauerfall

Als vor 25 Jahren die Mauer fiel, waren die Verfasser der Broschüre „Schüler fragen heute – Mauerfall, Grenzöffnung und Wiedervereinigung“ noch nicht geboren. In der Projektwoche am Eichsfeld Gymnasium (EGD) haben sich sieben Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren zusammengefunden, um das Thema Mauerfall mit Interviews von Zeitzeugen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.

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Die Projektgruppe um Ben Thustek (2. v. r.) stellt ihre Broschüre mit Zeitzeugengesprächen zum Thema Mauerfall vor.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Die Ergebnisse sind nun vom Grenzlandmuseum Eichsfeld veröffentlicht worden und dort auch erhältlich.

„Zum Teil sind es die eigenen familiären Wurzeln, die mich interessiert haben“, sagt Alyssia Paschke, deren Vater 1989 beim Bundesgrenzschutz war, und den sie dazu befragte. Ebenfalls ihren Vater interviewte Linh Nguyen. Hung Nguyen Manh war aus Vietnam in die DDR gekommen und arbeitete 1989 dort als Gastarbeiter.

Die Mutter von Clemens Kaltenborn erzählte ihrem Sohn im Interview von der Zeit in der DDR vor dem Mauerfall. „Es war das erste Mal, dass in unserer Familie solche Gespräche geführt wurden“, beschreibt Oberstufenschüler Clemens die Erfahrung.

Der Vater von Leonard Iggena war 1989 als westdeutscher Journalist im Raum Göttingen unterwegs, und Michel Schachtebeck stellt in seinem Interview zwei Personen aus der Großelterngeneration gegenüber, die jeweils im Westen und im Osten Deutschlands gelebt haben.

Ihren eigenen Großvater befragte Sechstklässlerin Gina Gedeon, und Eric Buchmüller trägt eine Außenansicht bei. Sein Vater war 1989 in Kasachstan und hat den Mauerfall als Deutscher in einem fremden Land miterlebt.

Zusammenfassend ist ein Heft entstanden, das mit persönlichen Erfahrungen deutsche Geschichte lebendig werden lässt.  „Das Heft kann als Einladung an andere Jugendliche gesehen werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, sagt Politiklehrer Ben Thustek, der das Projekt  unterstützte.

Die ebenfalls am EGD unter Thusteks Leitung entstandene Anleitungsbroschüre „Bleib nicht stumm – Zeitzeugengespräche führen“ diente den Schülern als Arbeitsgrundlage.

Die Broschüre zum Mauerfall ist von den EGD-Schülern in Berlin im Rahmen eines Projektes des Netzwerks „Stätten des Eisernen Vorhangs“  vorgestellt worden, wo ein Austausch mit Jugendlichen aus anderen Regionen stattgefunden habe, so Thustek. „Es ist auch Aufgabe der Schule, solche Themen lebendig zu halten“, stellte Schulleiter Thomas Nebenführ fest und lobte die Initiative der Schüler.

Von Claudia Nachtwey

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