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Duderstädter Tierheim wird Ausbildungsbetrieb

Tierheimleiterin schafft neue Strukturen Duderstädter Tierheim wird Ausbildungsbetrieb

Die Türen stehen einladend offen, es herrscht geschäftiges Treiben – diesen Eindruck vermittelt mittlerweile das Tierheim Am Siebigsberg. Mit Nicole Edwards kam im letzten Jahr nicht nur eine neue Leiterin, sondern auch der unbedingte Wille, das Tierheim für die Zukunft zu wappnen.

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Wird erster Auszubildender im Duderstädter Tierheim: Umschüler Markus Herwig ist noch als Praktikant im Einsatz.

Quelle: Tietzek

Größte Schwierigkeit in den vergangenen Jahren? Neben der finanziell chronisch schwierigen Lage war auch die Personalsituation immer wieder ein Problempunkt. Edwards ist die einzige Festangestellte. Unterstützt wird sie von ehrenamtlichen Helfern, Schulpraktikanten, hier und da von Gassigängern. Für die gelernte Tierpflegerin nicht einfach: „Auch mal Verantwortung abgeben zu können und definitiv zu wissen, dass alles klappt.“ Trotz der Hilfe von außen, sagt sie, habe sie sich mehr Routine und Verlässlichkeit gewünscht.

Einen wichtigen Schritt in diese Richtung hat sie nun selbst getan: Mitte Februar hat die 30-jährige Duderstädterin mit der abschließenden praktischen Prüfung einen Ausbilderlehrgang erfolgreich hinter sich gebracht. Nach dem 120-stündigen Kurs darf sie nun Tierpfleger ausbilden – und ihren ersten Auszubildenden hat sie auch schon gefunden.

Markus Herwig wird das Tierheim-Team ab Juni ergänzen, denn dann beginnt seine zweijährige Umschulung zum Tierpfleger. Aktuell unterstützt er Edwards und ihre Helfer noch als Praktikant. Tiere? Für ihn schon immer ein großes Thema, wie er berichtet. Die Umschulung sei deshalb genau das, was er sich auch für die Zukunft vorstelle. Er schmiedet Pläne: Eine spätere Weiterbildung zum Tierheilpraktiker, sagt er, sei vorstellbar.

Doch so nachvollziehbar, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Entscheidung für den Beruf des Tierpflegers bei Herwig nicht. Derzeit steht er noch als Bundeswehrsoldat im Dienst der Republik, als Sanitäter ist er am Standort Fritzlar stationiert. Zehn Jahre seines zwölfjährigen Dienstes sind abgeleistet, die letzten Jahre wird er schon für die Umschulung nutzen, ist freigestellt. Vom Bund ins Tierheim? Klarer wird diese Entscheidung erst beim näheren Hinsehen: Seine Eltern haben einen landwirtschaftlichen Betrieb, die Zuneigung zu Tieren sei so schon seit frühester Kindheit gewachsen. Und auch als Erwachsener habe er diese Leidenschaft nie verloren. Im Gegenteil, er habe sie sogar genutzt, vor allem in der Hundeschule, die seine Freundin in Heiligenstadt betreibt, und die er seit langem dabei unterstützt. Und trotz der großen Unterschiede zwischen den beiden Berufsfeldern: Die Bundeswehrzeit habe ihm auch für die Zukunft Wichtiges mitgegeben: Disziplin, den Blick fürs Wesentliche und „das Putzen habe ich dort gelernt“, scherzt Herwig.

Dass er gut ins Team passe, sei schnell klar gewesen, sagt Edwards. „Eine zweite, fest einzuplanende Kraft ist eine tolle Ergänzung.“ Und noch weitere Unterstützung ist in Sicht: Bewerbungen für das im August beginnende Lehrjahr liegen bereits vor. Darüber hinaus ist das Tierheim als offizielle Einsatzstelle für Absolventen eines Freien Ökologischen Jahres (FÖJ) anerkannt worden, ab September soll ein FÖJ-ler sich vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.

Am Siebigsberg können Edwards und ihr Team optimistisch in die Zukunft blicken. „Zum Glück“, so die 30-Jährige. Mit rund 50 aktuell betreuten Tieren sei das tägliche Arbeitspensum hoch. Auf Hilfe von außen sei die Einrichtung immer angewiesen, denn neben den täglichen Aufgaben seien momentan die neuen Dächer der Hundeboxen auch eine wichtige Baustelle.

Von Christina Stender

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