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Duderstädter Umgehung: Gutachter sieht Planungsfehler

Informations-Veranstaltung Duderstädter Umgehung: Gutachter sieht Planungsfehler

Aus Sicht der Grünen im Untereichsfeld und in Thüringen gibt es gute Gründe, die geplante Umgehung um Duderstadt nicht bis nach Thüringen weiterzubauen.

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Quelle: Hinzmann (Symbolfoto)

Teistungen. Während  einer Informations-Veranstaltung am Sonnabend in der Bildungsstätte des Grenzlandmuseums bei Teistungen stellte das von den Grünen beauftragte Marburger Büro RegioConsult erste Ergebnisse seiner Prüfung der Planunterlagen vor.

Der Diplom-Geograf und Mediator Wulf Hahn von RegioConsult zählte vor rund 50 Besuchern eine lange Liste an Problemen und Planungsmängeln auf, die aus seiner Sicht gegen die Umgehung, zumindest in der vorgesehenen Trassenführung, sprechen. Neben dem Hinweis auf zurückgehende Einwohnerzahlen kritisierte er eine unzureichende Variantenprüfung im Vorfeld. So sei eine Trasse auf dem alten Bahndamm mit einer Einhausung der Fahrbahn in Gerblingerode nicht vertiefend geprüft worden. Das hätte auch den knapp 400 Meter langen Tunnel unter dem Pferdeberg erübrigt – durch einen „zerklüfteten Gebirgsaufbau“. Für Straßenbauer hätten bei diesem Begriff eigentlich „die Alarmglocken läuten müssen“, prognostizierte Hahn deutlich höhere Baukosten. Auch bei Eingriffen in den Lebensraum geschützter Tierarten wie Neuntöter, Rebhuhn, Fledermäusen und insbesondere der Zauneidechse sieht er Probleme voraus. Straßenbau sei erst möglich, wenn ein Ersatzbiotop angenommen werde. Eine bislang fehlende Verträglichkeitsuntersuchung zum Vogelschutzgebiet Eichsfeld hält er für „zwingend“.

Für den Abschnitt Westerode habe es noch Konsens gegeben, sagte der Duderstädter Ratsherr der Grünen, Hans-Georg Schwedhelm. Für einen Weiterbau stünde die Entlastung in keinem Verhältnis zu den Kosten und der Belastung weiterer Anwohner. Die Wirtschaftskraft in den Orten werde abnehmen, warnte Michael Hoffmeier, Kreistagsabgeordneter der Grünen aus Heiligenstadt. „Die Verkehrsprognosen sind total Gaga.“ Die Grünen rufen dazu auf, Einwände vorzubringen. In Teistungen wurden vorbereitete Schreiben an die Landesstraßenbaubehörde verteilt mit einer Liste von Argumenten. Der Göttinger Bundestagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Trittin, hatte vor einer Woche bezweifelt, dass der 60 Millionen Euro teure zweite Abschnitt eine Chance habe, in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen zu werden.

Der Göttinger CDU-Abgeordnete Fritz Güntzler hatte sich daraufhin für die gesamte Umgehung stark gemacht, sie sei „eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Südniedersachsen“. Für den Abschnitt vom Euzenberg über Gerblingerode bis Ferna läuft das Planfeststellungsverfahren beim Thüringer Landesverwaltungsamt. Die Unterlagen liegen bis einschließlich Mittwoch, 8. April, bei der Stadt Duderstadt und der Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg/Eichsfeld aus. Stellungnahmen sind bis zum 22. April möglich.

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