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Duderstädter diskutieren über Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Wegwerfen kostet Geld Duderstädter diskutieren über Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Eine Milliarde Menschen der Weltbevölkerung hungert, ebenfalls eine Milliarde ist übergewichtig. In Deutschland wandern elf Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr in den Müll. Wie es zu dieser Verschwendung kommt, was der Einzelne dagegen tun kann und was es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich hat, wollten die Duderstädter Landfrauen wissen.

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Reges Interesse an Tipps für den kosten- und müllsparenden Einkauf und am saisonalen Verwerten: Vortrag bei den Landfrauen.

Quelle: Schauenberg

Nesselröden. Sie luden Ingelore Borth, Ernährungsberaterin von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu einem Vortrag zum Thema „Lebensmittel auf dem Müll - Muss das sein?“ ins Gasthaus Schenke in Nesselröden ein.

„Die Dinge, die uns am Überleben halten, haben heute eine geringe Wertschätzung“, sagte Borth. Gründe dafür seien, dass sich viele mit der Verarbeitung von Lebensmitteln nicht mehr auskennten, dass Nahrung im Überfluss vorhanden und dass alles immer verfügbar sei. „Junge Menschen kennen kein saisonales Gemüse mehr“, sagte Borth.

Erdbeeren auch im Winter
Die Landfrauen berichteten von den Erfahrungen mit den eigenen Kindern, die es gewohnt seien, Erdbeeren auch im Winter im Supermarkt zu finden. Ihre eigene Generation – die ältesten kannten noch die Lebensmittelmarken im Krieg – sei dagegen zur Sparsamkeit erzogen worden, koche saisonal und verwerte auch die Reste eines Mahls.

Diskussionen entbrannten, als Borth Zahlen zum Vergleich nannte: Von der Menge der weggeworfenen Lebensmittel in Deutschland würde der Löwenanteil mit 61 Prozent aus privaten Haushalten stammen, jeweils 17 Prozent von Herstellern und Großverbrauchern, und nur fünf Prozent werfe der Einzelhandel weg. Doch gerade bei dem hohen Anteil der privaten Haushalte bestünde die größte Chance, die Menschen für die Wertschätzung von Lebensmitteln zu sensibilisieren, sagte Borth.

Zum Beispiel sei das Mindesthaltbarkeitsdatum lediglich eine Garantie der Hersteller, dass das Produkt bis zu diesem Tag seine Qualität nicht einbüße. Bei richtiger Lagerung seien alle Lebensmittel aber länger haltbar. „Wir sollten unserem eigenen Urteil vertrauen und Nahrungsmittel anschauen, riechen und schmecken, um festzustellen, ob sie noch genießbar sind“, schlug Borth vor.

Ausnahme seien Lebensmittel mit einem Verfalls- oder Verbrauchsdatum wie bei frischem Fisch oder Hackfleisch. Diese Nahrungsmittel dürften tatsächlich nur bis zum angegebenen Tag verzehrt werden.

Bewusst einkaufen, Reste verwerten
Borth verwies zudem auf die Umweltthematik, da nicht nur die Produktion von Lebensmitteln Geld koste, sondern auch deren Vernichtung. Wer Abfälle vermeide, spare also nicht nur sein eigenes Geld, sondern auch die Ressourcen. Die Landfrauen hatten selbst einige Tipps parat, um unnötige Abfälle zu vermeiden: bewusster einkaufen und planen, Vorräte kontrollieren, kleinere Packungen kaufen, Lebensmittel richtig lagern, saisonal kochen und Reste verwerten.

Borth betonte, dass auch der Hauswirtschaftsunterricht an allen Schulen wieder eingeführt werden müsse, um Ernährungsprobleme für Jugendliche zu thematisieren und Kenntnisse zu Nahrungsmitteln oder zur Resteverwertung weiterzugeben. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat zudem die Aufklärungskampagne „Zu gut für die Tonne“ gestartet. Ziel ist es, die Nahrungsmittelabfälle deutlich zu reduzieren.

Infos gibt es bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter lwk-niedersachsen.de oder unter zugutfuerdietonne.de.

Von Claudia Nachtwey

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