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Egli-Kurs im Ursulinenkloster Duderstadt

Figuren mit Seele Egli-Kurs im Ursulinenkloster Duderstadt

Einen neuen Blick auf biblische Geschichten hat ein Kurs im Duderstädter Ursulinenkloster vermittelt. Mit dem Herstellen eigener Egli-Figuren beschäftigten sich das gesamte Wochenende einige Interessierte unter Anleitung von Renate Milerski.

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Quelle: Müller

Duderstadt. „Die Figuren leben von der Bewegung“, sagte Kursleiterin Milerski, „als Standbild.“ Wer sich mit den 30 oder 50 Zentimeter kleinen Figuren auseinandersetze, lerne verschiedene, sich anfangs widersprechende Eindrücke. Gesichts- und mimiklos scheinen sie zu sein, doch Milerski betonte, dass alleine eine Kopfbewegung alles sichtbar mache. Die Gefühle der Figur so Ausdruck verleihe. „Sie kriegen wirklich eine Seele“, sagte Ingrid Klein. Die Katlenburger Religionslehrerin und andere Frauen fertigten von Freitag bis Sonntag im Ursulinenkloster ihre Figuren, gaben ihnen Haare, umwickelten das Sisal-Drahtgestell, klebten ihnen Hände und Füße an.

Eine meditative, „nicht unangenehme Stille“, sagte Milerski, breite sich dann in Kursen aus. Jede sei vertieft in die Arbeitsschritte und in ihre Figuren. Maria, Jesus oder Hirten. „Es ist am Anfang erst einmal praktischer, männliche Figuren zu bauen“, fügte Sabina Mitschke an.

Mit Kleidung, die die Teilnehmer nach historischen Vorlagen nähten, könne ein Mann leichter als Frau drapiert werden, sprach die Organistorin. Biblische Geschichten würden so wortwörtlich begreifbar. Seit mehr als 30 Jahren gibt Milerski Egli-Kurse. Die Stuttgarterin kam über Kinderbibelarbeit an diese biblischen Figuren, die die Schweizerin Doris Egli in den 1960er-Jahren entwickelt hatte.

War der Ansatz zunächst, Kindern einen neuen Blick auf die Bibel zu gewähren, würden sie heute oft in der Psychotherapie angewandt, mit nichtbiblischen Standbildern. „Ich setze sie auch bei Demenzkranken ein“, sagte Mitschke, die mehr als 30 Egli-Figuren besitzt. Gerade diese und kleine Kinder merkten sofort, was die Figuren aussagten. Milerski bot den Kurs zum ersten Mal bei den Duderstädter Ursulinen an. Im kommenden Oktober möchte Ingrid Klein wieder dabei sein: „Wer einmal mit den Egli-Figuren infiziert ist, braucht immer neue.“

Von Gunnar Müller

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