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Ehrenmal am Tag der Auschwitz-Befreiung in Duderstadt gesegnet

Bleibende Erinnerung für kommende Generationen Ehrenmal am Tag der Auschwitz-Befreiung in Duderstadt gesegnet

Mit einer bewegenden Feier ist am Dienstagnachmittag ein weiteres Stück Mahn- und Erinnerungskultur in Duderstadt geleistet worden. Das Denkmal des Künstlers Reuven Schärf unter dem Titel „Aus Russland gekommen, in Duderstadt gestorben“ wurde auf dem St.-Paulus-Friedhof seiner Bestimmung übergeben und gesegnet. Die Feierstunde erfolgte am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

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Ehrenmal am Sammelgrab: Reuven Schärfs Kunstwerk auf dem St.-Paulus-Friedhof.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Zwei rotbraune Metallplatten, in die jeweils eine symbolische Türöffnung eingebracht wurde, erinnern an die osteuropäischen Menschen, die auf einem bisher unscheinbaren Gräberfeld beigesetzt sind. Menschen, die als Zwangsarbeiter zu Tode gekommen waren oder die Behandlung im Reservelazarett nicht überlebt hatten und deren sterbliche Überreste in einem Sammelgrab begraben liegen, wie Mitinitiator Peter Menge erläuterte. Jedem von ihnen gaben Schüler des Eichsfeldgymnasiums einen Namen. Sie nannten während der Gedenkfeier in der Friedhofskapelle jeden der Verstorbenen und dessen Herkunftsland, sofern beides heute noch bekannt ist.  

Nicht nur als Vortragende traten die Schüler zweier Geschichtskurse am EGD an diesem Nachmittag immer wieder in Erscheinung. Sie gestalteten den musikalischen Rahmen, trugen den Zeitzeugenbericht einer Zwangsarbeiterin im Polte-Werk vor und verlasen die Fürbitten. Und sie waren es, an die sich Ehrenbürgermeister und Landtagsabgeordneter Lothar Koch (CDU) und Mitinitator Menge wandten: Beide riefen die Jugendlichen dazu auf, die Erinnerung in ihrer Generation zu erhalten und sie an spätere weiterzugeben.

In einem Grußwort nannte Matthias Gleitze, ehemaliger Duderstädter und heutiger Honorarprofessor an einer polnischen Universität nahe Auschwitz, das Denkmal eine „Botschaft für Frieden, Toleranz und menschliches Handeln“, das zugleich eine Brücke baue zwischen Deutschen und Polen. Auf das Verhältnis zu Russland hob Ilja Ratikow ab, der als Vertreter des russischen Botschafters Wladimir M. Grinin an der Gedenkstunde teilnahm. Er beschrieb Kriegsgräber als „Mahnung für uns, Frieden zu halten“. „Nie wieder Krieg“, appellierte er abschließend an die Zuhörer.

Künstler Schärf selbst hielt sich in dem für ihn offensichtlich bewegenden Moment zurück. „Es war mir eine Ehre, dieses Denkmal zu entwerfen“, sagte er. Außerdem gab er einen kurzen Einblick in seine Lebensgeschichte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren er und seine Familie von der Roten Armee befreit worden. Schärf ging nach Israel, wo er heute noch in einem Kibbuz in der Nähe Jerusalems lebt. Er schloss die Feierstunde in Duderstadt mit Worten in hebräischer Sprache.

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©Richter