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Ehrhard Osburg 60 Jahre an der Kirchenorgel

Gerblingeröder Musiker Ehrhard Osburg 60 Jahre an der Kirchenorgel

Ehrhard Osburg verschrieb schon in Jugendjahren sein Leben der Musik. Der einst jüngste Organist der Region sitzt seit 60 Jahren an der Gerblingeröder Orgel.

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Organist Ehrhard Osburg

Quelle: Hellmold

Auch als Komponist und Musiklehrer war er tätig. Bis zu seiner Pensionierung war Osburg hauptberuflich Sachgebietsleiter der Duderstädter Bauverwaltung, doch seit seiner Kindheit war seine eigentliche Berufung die Musik. Bereits mit sechs Jahren nahm er Klavierunterricht bei der Duderstädter Konzertpianistin Luise Wiegand. „Einmal in der Woche bin ich zu Fuß nach Duderstadt zum Unterricht gegangen. Ein Klavier hatten wir als Erbstück meines Onkels zu Hause, da habe ich jeden Tag geübt“, erinnert er sich. Bis März 1949 war Hauptlehrer Wilhelm Kreitz Organist in Gerblingerode. Vor seiner Pensionierung gab er Osburg erste Anleitungen im Orgelspiel, denn nach dem Krieg gab es wenig Musiker. So wurde Osburg der Nachfolger des Hauptlehrers an der Orgel und war mit seinen 14 Jahren der jüngste Organist der Region. „Das stand damals sogar in der Zeitung,“ erinnert er sich.<br><br>
Auch Gesang Teil des Lebens <br><br>
Antrieb zur Weiterbildung habe er schon immer verspürt. Aber es habe einige Jahre gedauert, bis sich die Gelegenheit bot, die erste Organistenprüfung in Hildesheim abzulegen. Da gehörte er mit seinen 42 Jahren nicht mehr zu den jüngsten Prüfungsabsolventen. Bei der zweiten Organistenprüfung, der C-Prüfung, war er sogar schon über 50. Auch der Gesang war immer Teil seines Lebens. Gern erinnert er sich an seine Jugend, wo bei jedem Schlachtefest Volkslieder angestimmt wurden. „Die heutige Jugend weiß gar nicht, was ihr da entgeht. Man singt doch kaum noch gemeinsam,“ bedauert er.Viele Jahre lang war Osburg Dirigent des Männergesangvereins Cäcilia in Werxhausen und des gemischten Chores Cäcilia Immingerode/Gerblingerode. Nebenbei gab er auch Klavierunterricht. „Da merkt man schnell, ob der Schüler selbst Interesse hat oder eher die Eltern dahinter stehen“, erinnert er sich lächelnd.Seine Heimatverbundenheit kam besonders in seinen eigenen Kompositionen zum Ausdruck. Er schrieb geistliche und weltliche Chorwerke, insbesondere Echsfelder Lieder wie das „Eichsfelder Bekenntnis“, „Herrliches Eichsfeld“ und die „Kleine Eichsfeldmesse“. Wenn Osburg in die Tastatur der Orgel greift, verspürt man die Freude an der Musik. Sollte er auch als Organist mal an Rente denken, wird es still in der Gerblingeröder Kirche. „Bisher ist niemand da, der mich vertreten könnte“, beschreibt er die Not mit dem Nachwuchs.
Claudia Nachtwey

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