Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Eichsfelder Dom bald Basilika?

Entscheidung liegt beim Papst Eichsfelder Dom bald Basilika?

Die Duderstädter Kirche St. Cyriakus, der „Eichsfelder Dom“, soll nach dem Willen der Deutschen Bischofskonferenz den Ehrentitel Basilika erhalten. Das haben die 66 deutschen Bischöfe, die in Fulda zu ihrer jährlichen Herbsttagung zusammengekommen sind, gestern mitgeteilt.

Voriger Artikel
55-jähriger Duderstädter überschlägt sich mit Kleinwagen
Nächster Artikel
Besucher auf Gut Herbigshagen lernen die Vielfalt der Streuobstwiesen kennen

Die Duderstädter Kirche St. Cyriakus: der „Eichsfelder Dom“.

Quelle: Archivbild

Duderstadt / Fulda. Die Entscheidung liegt nun beim Papst. Ob und wann er den Titel verleiht, ist offen. „Das kann sich Jahre hinziehen“, meint Propst Bernd Galluschke. Von ihm ist die Initiative ausgegangen, die Duderstädter Oberkirche zur Basilika zu machen. Im Juli stimmten dem Antrag bereits der Priesterrat und der Bischöfliche Rat der Diözese Hildesheim zu.

Basiliken dürfen den Petrusschlüssel und das päpstliche Wappen am Eingang zeigen. Finanzielle Zuwendungen sind mit dem Titel nicht verbunden. „Es wird dann aber einfacher sein, von Hildesheim Geld für Sanierungsarbeiten zu erhalten“, hofft Galluschke.  

Das Wort Basilika leitet sich vom griechischen Begriff oikos basileos („königliches Haus“) ab und meinte im alten Rom Hallenbauten. Katholiken verstanden vom 4. bis zum 18. Jahrhundert unter einer Basilika ganz allgemein eine Kirche. Seither ist der Begriff ein kirchenrechtlich verankerter Ehrentitel. Der Papst verleiht diese Auszeichnung besonders ehrwürdigen, bedeutungsvollen Kirchen.

1172 fertiggestellt

Es gibt verschiedene Arten von Basiliken. Die Kirche des Papstes im Lateran zu Rom nennt sich Erzbasilika. Die sechs ranghöchsten katholischen Gotteshäuser heißen Basilica maior („große Basilika“). Schließlich gibt es weltweit mehr als 1500 Gotteshäuser die Basilica minor („kleine Basilika“) genannt werden: in der Regel Bischofs-, Wallfahrts- oder missionsgeschichtlich bedeutsame Kirchen.

Im Bistum Hildesheim gibt es bisher nur zwei Gotteshäuser die diesen Titel tragen: St. Godehard in Hildesheim und St. Clemens in Hannover.

Godehard, ein Benediktiner, war von 1022 bis 1038 Bischof von Hildesheim. Er wurde im Jahr 1133 heiliggesprochen. Damals veranlasste Bischof Bernhard zu Ehren Godehards den Bau einer Kirche und eines dazugehörigen Benediktinerklosters. Das Gebäude, das in romanischem Stil errichtet worden ist, wurde 1172 fertiggestellt.

Das Kloster hatte bis zur Säkularisation 1803 bestand. Seit 2003 leben wieder Benediktiner im Kloster. Die drei Mönche werden von der Jerusalemer Dormitio-Abtei entsandt. Papst Paul VI. verlieh dem Gotteshaus 1963 den Titel Basilica minor.

„Das haben die Eichsfelder verdient“

St. Clemens in Hannover ist 1712 bis 1718 in der Calenberger Neustadt als erste katholische Kirche der Stadt nach der Reformation erbaut worden. Bomben beschädigten das Gebäude während des Zweiten Weltkriegs schwer.

Nach 1945 entstand der Kuppelbau in venezianischem Stil nach den ursprünglichen Plänen des Architekten Thomaso Giusti neu. Papst Johannes Paul II. erhob die Kirche 1998 mit einem Apostolischen Schreiben zur Basilica minor.

Nun soll St. Cyriakus in Duderstadt das drittes Gotteshaus des Bistums den Titel erhalten. Der Propst: „Das haben die Eichsfelder verdient.“

von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Unter einem Dach
Ein Einblick ins Leben im LWH in Duderstadt.

Das Leben vieler Menschen hat eine manchmal fast zynisch anmutende Symmetrie, über die gerne geschwiegen wird. Dass ein großer Teil unserer Gesellschaft seine letzten Jahre oftmals genauso hilflos verbringt wie seine Kindertage, ist eine unbequeme Tatsache; nicht zuletzt, da sie lange Schatten auf das Leben jedes Einzelnen wirft.

mehr
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter