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Eichsfelder Landwirte klagen bei Treffen mit Freien Wählern über Bürokratie

Kleine Bauern geben auf Eichsfelder Landwirte klagen bei Treffen mit Freien Wählern über Bürokratie

Als Tierquäler, Lebensmittelpanscher und Umweltverschmutzer fühlen sich Niedersachsens Bauern von Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) verunglimpft. Mit ihrem Ärger hielten Landwirte bei einem Gedankenaustausch von Landvolk Göttingen und der Kreistagsfraktion der Freien Wählern nicht zurück.

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Konstanze Borchardt (rechts) beschreibt den Weg, den die Familie mit Hof, Hofladen und Marktstand beschritten hat.

Quelle: Richter

Duderstadt. Die Bauern klagten bei dem Treffen auf dem Hof der Familie Borchardt in Duderstadt über zunehmende Kontrollen durch Personen, die von den Anforderungen der betrieblichen Praxis kaum Ahnung hätten.

Konstanze Borchardt ließ ihre Freiland-Hühner im Winter, als die Temperaturen auf minus 20 Grad Celsius fielen, zwei Tage nicht nach draußen. „Sie wären dort erfroren“, sagt sie. Daraufhin hätte ihr die zuständige Mitarbeiterin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit den Titel Freilandhaltung entziehen wollen. „Der Amtsschimmel wiehert“, kommentierte Lothar Dinges (Freie Wähler).

Die Verbraucher verlangten billige Lebensmittel, was zu Abstrichen beim Tierwohl führe, erklärte Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks. Das sei nicht den Bauern anzulasten. Landwirte, die wie Borchardts Schweine mit viel Lauffläche im Stroh aufzögen, müssten erheblich mehr Geld verlangen. Dafür gebe es keinen Massenmarkt. Immer neue Auflagen trieben die Industrialisierung der Landwirtschaft voran. Kleine Bauern würden aufgeben.

Auch das Naturschutzprojekt Grünes Band entlang der früheren innerdeutschen Grenze kam zur Sprache. Die Bauern fühlen sich von der Sielmann-Stiftung, die das Projekt vorantreibt, nicht ausreichend über rechtliche Folgen für die Landwirtschaft informiert.

Das drohende Verbot des Einsatzes organischer und mineralischer Dünger sowie von Pflanzenschutzmitteln komme einer „kalten Enteignung“ gleich, erklärte Hubert Kellner, der Landvolk-Vorsitzende.

Die Bauern empört, das auch Flächen ohne jeden Bezug zur ehemaligen Grenze unter Schutz gestellt werden sollen. Dinges betonte, dass die Freien Wähler sich unter Berücksichtigung der bäuerlichen Interessen für Artenvielfalt, Biotopvernetzung und Trittsteine entlang der alten Grenze einsetzten.

Von Michael Caspar

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