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Eichsfelder Urgestein mit markanten Brauen

Matthias Gleitze Eichsfelder Urgestein mit markanten Brauen

Ein Gemälde des Altoberkreisdirektors Matthias Gleitze (CDU) haben seine Söhne Matthias und Hubertus der Stadt Duderstadt geschenkt. Außerdem nahm Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) weitere interessante Mitbringsel aus dem Hause Gleitze entgegen, wie die Originalskizze des ehemaligen Landkreiswappens.

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Hubertus Gleitze (links) und sein Bruder Matthias Gleitze übergeben das Gemälde an Bürgermeister Wolfgang Nolte.

Quelle: Franke

Duderstadt. „Vater kann man bezeichnen als Eichsfelder Urgestein und ein Original“, erklärt Sohn Matthias Gleitze. „Viele kennen noch das rollende R und die Strenge, die er ausstrahlte.“ Nolte betonte, dass er sich um die Region und den Altkreis Duderstadt verdient gemacht habe. Der gebürtige Seeburger sei der Oberkreisdirektor (OKD) gewesen, der den Landkreis Duderstadt, der von 1885 bis 1972 bestand, die längste Zeit führte. Seine Amtszeit dauerte von 1948 bis 1967. Dabei hinterließ er zahlreiche Spuren in der Stadt. Er initiierte die Industrialisierung, die Entwicklung der Infrastruktur und das Schulwesen. Auch die Gründung der Kulturvereinigung ging auf seine Idee zurück. Nicht zuletzt wurde unter seiner Leitung das Stadthaus gebaut.
Der Altoberkreisdirektor hatte damals mit einem Thema zu tun, dass auch heute hochaktuell ist: der Zustrom an Flüchtlingen. Hatte der Landkreis 1939 noch 28 444 Einwohner, so wuchs er in elf Jahren bis zum 13. September 1950 auf 43 102 an. Der Zuwachs entstand unter anderem durch einen hohen Anteil Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und dem Saarland. 1950 lebten rund 7000 Menschen aus diesen Gebieten im Landkreis. Die Söhne erinnern sich an Berichte ihres Vaters. „Er hat immer gesagt, dass es nicht leicht war“, so Matthias Gleitze. „Die Eichsfelder waren nicht glücklich, zusätzliche Menschen in ihren Häusern aufzunehmen.“ So habe sein Vater versucht, über Kulturgemeinschaften Verbindungen zu schaffen. „Er bat Vereine, Flüchtlinge aufzunehmen, um diese zu integrieren.“ Er habe den Zuzug der Fremden als Chance gesehen, die neue Ideen reinbrachten, die sich für die Entwicklung des Landkreises positiv gestalteten.
Ein weiterer Punkt, der dem OKD wichtig war, sei die Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat gewesen, erzählt Sohn Matthias. Deshalb hätten alle Dörfer ein Wappen bekommen. Und er entwarf das Landkreiswappen, dass neben dem Meinzer Rad auch das Niedersachsenross und die für die Region typischen Tabakblätter enthielt. Die Originalzeichnung des Landkreiswappens überreichten die Söhne dem Duderstädter Bürgermeister. Darüber hinaus hatte Sohn Matthias auch Kreistagsbände aus der Wahlperiode von 1948 bis 1952, von 1956 bis 1960 und von 1964 bis 1968 mitgebracht, die er der Stadt überließ. Und natürlich das Gemälde, das Anlass des Besuchs war. Es zeigt den OKD Gleitze zur Zeit seiner Pensionierung im Jahr 1967 mit den markanten Augenbrauen, die, nach oben gebürstet, über seiner Brille hervorschauen. Das Porträt wird nun im Stadthaus hängen, für dessen Bau er initiiert hatte und das am 21. Mai 1976 fertig bezogen war.

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