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Eichsfeldtage - Tradition seit 1913

Thema des Tages Eichsfeldtage - Tradition seit 1913

Gernrode feiert in diesem Jahr sein 650-jähriges Jubiläum der Ersterwähnung. Gleichzeitig ist die Eichsfeld-Gemeinde Gastgeber der 28. Eichsfeldtage.

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1939 wurden die Eichsfeldtage in Dingelstädt gefeiert. Zum 1200-jährigen Ortsjubiläum richtet die Stadt sie 2017 erneut aus.

Quelle: Herker

Eichsfeld. Im 19. Jahrhundert zogen viele Handwerker und Gewerbetreibende des Eichsfeldes wegen der schlechten Wirtschaftslage in der Heimat los, um in der Fremde ihr Glück zu versuchen. Zunächst als Saisonarbeiter an Rhein und Ruhr wurden die Auswanderer dort bald sesshaft, denn am neuen Ort verdienten sie genug Geld, um die Familien zu ernähren.

 
Den bodenständigen Eichsfeldern fehlte aber ihre alte Heimat. Um sich gegenseitig zu unterstützen, Erinnerung an die Heimat und liebgewonnene Bräuche zu pflegen, schlossen sich viele zu Gemeinschaften zusammen. Als ersten Verein riefen zwölf Männer am 1. Januar 1892 „Eichsfeldia Essen 1892“ ins Leben. Weitere Vereine folgten. Um diese unter einem Dach zu versammeln wurde am 31. Juli 1910 in Herne der Bund der Eichsfelder Vereine in der Fremde gegründet. In der Satzung ist als Zweck folgendes niedergeschrieben: „Sozial-karitative Bestrebungen, Förderungen und Vertiefung des Vereinslebens, Neugründungen von Vereinen und korporativer Beitritt der Vereine zum Verein der Eichsfeldischen Heimatkunde.“

 
1913 organisierte der seit drei Jahren bestehende Bund in Heiligenstadt das erste Heimattreffen der Vereine in der Fremde. Mit Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg entwickelten sich die Heimattage ab 1922 zu einer jährlichen Tradition – an wechselnden Veranstaltungsorten. Alle zwei bis drei Jahre richtet der HVE Eichsfeld Touristik in Kooperation mit dem Bund der Eichsfelder Vereine und der jeweiligen Gemeinde die Eichsfeldtage aus. Den Höhepunkt bildet jeweils ein großer Festumzug.   rf

 

Heimattage 1968 in Gieboldehausen. Foto: Herker

Heimattage 1968 in Gieboldehausen. Foto: Herker

Quelle:

 

Chronik über das Dorf an der Wipper

 

Rechtzeitig zum Jubiläum wurde die Ortschronik „Gernrode – ein Eichsfeld-Dorf an der Wipper“ unter Federführung des Ortschronisten Walter Preis fertiggestellt.

 
Das Eichsfeld-Dorf Gernrode blickt auf eine mehr als 650-jährige Geschichte zurück. Einen Teil der geschichtlichen Begebenheiten hat Preis gesammelt und aufgeschrieben. In 18 Kapiteln mit 250 Abbildungen erhält der Leser einen detaillierten Einblick in das dörfliche Leben, Kultur, Dorf-Politik, Vereinsleben und den gelebten Glauben der 1600-Seelen-Gemeinde im ,,Eichsfelder Kessel“. Zahlreiche Besonderheiten des Wipper-Dorfes gibt es zu entdecken: Gernrode als eines der ersten Dörfer im Eichsfeld mit eigenem Elektrizitätswerk sowie als Geburtsort von Heinrich Ernemann, dem Erfinder der „Kino“-Filmcamera, die Kirche und den barocken Hochaltar, Gernrode und sein vielfältiges Vereinsleben und vieles mehr. „Das Buch soll jetzigen und kommenden Generationen Einblicke in die Zeitgeschichte der Gemeinde Gernrode/Eichsfeld geben“, sagt der Autor. rf

 
Autor: Walter Preis, Herausgeber: Gemeinde Gernrode, 548 Seiten, 250 Abbildungen, Informationen mit ­Leseprobe: meckedruck.de

 

Festumzug ist Höhepunkt

 

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Gernröder Ortsjubiläum mit den Eichsfeldtagen steigt am Sonntag, 30. August: Ein Festumzug unter dem Motto „650 Jahre Gernrode – Unser Eichsfeld im 25. Jahr der deutschen Einheit“.

 
An dem Umzug beteiligen sich neben den Gernröder Vereinen auch Kultur- und Heimatvereine aus dem Ober- und Untereichsfeld sowie wie bei allen Eichsfeldtagen der „Bund der Eichsfelder Vereine“. Mitglieder des Jubiläumschores „Gesangverein Concordia“ für die 650-Jahrfeier und die 28. Eichsfeldtage in Gernrode haben sich auch etwas Besonderes einfallen lassen. Sie werden Taufe, Firmung und Hochzeit um 1900 im Eichsfeld in historischen Kostümen darstellen.
Die Hochzeitsgesellschaft hat sich am vergangenen Sonntag schon einmal in Originalkleidung zu einer Vorfeier und zum gemeinsamen Foto zusammengefunden. „Es war gar nicht so einfach, für jede Größe und Figur die richtige Kleidung zu besorgen“, sagt die Chorvorsitzende Christiane Farke. „Doch dank des Worbiser Heimatmuseums und anderer Unterstützer haben wir es geschafft.“

 
Seit nunmehr einem Jahr proben die 70 Mitglieder für die verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Festwoche unter ihrem Chorleiter Rolf Berend jeden Donnerstagabend. Im Festumzug jedoch wollten sie sich einmal anders präsentieren.           rf

 

2012 waren die Eichsfeldtage in die 850-Jahr-Feier der Wipperstadt Worbis integriert. Foto: Müller

2012 waren die Eichsfeldtage in die 850-Jahr-Feier der Wipperstadt Worbis integriert. Foto: Müller

Quelle:

 

Ersterwähnung in Schuldforderung

 

 „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nur mangelhaft verstehen. Deshalb gilt es, die Vergangenheit zu bewahren, die Gegenwart zu leben und die Zukunft zu gestalten“, sagt Rolf Berend, Vorsitzender des Festkomitees zu 650 Jahren Gernrode und den Eichsfeldtagen 2015.
„Dieses vor Augen, entschlossen wir uns vor fünf Jahren, ein Jubiläum zu feiern. Die Gemeinde Gernrode ist sicherlich älter als sechseinhalb Jahrhunderte“, so Berend weiter. „Aber es gibt vorher leider keine urkundliche Ersterwähnung. Das erste schriftliche Zeugnis, das wir gefunden haben, geht auf das Jahr 1365 zurück – eine Schuldforderung an den Erzbischof von Mainz und das Erzstift.“
Der Kulturausschuss des Gemeinderates nahm dieses schriftliche Zeugnis als Anlass für die Jubiläumsfeierlichkeiten, auch wenn fast alle umliegenden Gemeinden im Eichsfelder Kessel ältere Ortsjubiläen begehen konnten beziehungsweise begehen werden. „Wir sind überzeugt, zu gleicher Zeit entstanden zu sein, können aber nur feiern, was auch offiziell dokumentiert und belastbar ist“, erklärt der Festausschuss-Vorsitzende.
Das Vorbereitungs- und Festkomitee hat sich seit 2011 in regelmäßigen Abständen getroffen – anfangs vierteljährlich, dann monatlich. Einige Großevents und zahlreiche Veranstaltungen füllen den Veranstaltungskalender für das Fest – darunter ein Eichsfelder Seniorennachmittag und eine Großveranstaltungen der Jugend mit den Rocktigers. Der Festakt im Rahmen der 28. Eichsfeldtage ist für Sonnabendvormittag, 29. August, geplant. Ein festlicher Gottesdienst mit Pontifikalamt nebst Festumzug folgen am Sonntag, 30. August.
„Die Festwochen im August bilden aber nur den Höhepunkt unseres Jubiläums. Besondere Veranstaltungen in jedem Monat im Jubiläumsjahr zeugen von der Vielfalt der Aktivitäten in unserer Gemeinde“, erklärt Berend. „Schließlich ist dieses Jubiläum das erste seiner Art, welches die Eichsfeldgemeinde Gernrode in ihrer 650-jährigen Geschichte feiert. Doch konnten und können wir auf eine breite Unterstützung der Gernröder in Gruppen, Vereinen und der Bevölkerung rechnen.“ rf

 

Eichsfeldtage - Programm

Donnerstag, 27. August
- Vormittags: „Eichsfelder Genusstour“ des HVE mit Besuch der Forstbaumschule Breitenworbis und Einkehr in die „Stummel“, Kirchenführung in St. Stephan Gernrode
- 14.30 Uhr: Jubiläumsnachmittag für Ruheständler und interessierte Bürger im Gemeindesaal mit Kaffee und Kuchen, Blasmusik mit der Kapelle Kaltenhäuser, der Mundartgruppe Gernrode,der Garde des Gernröder Karnevalvereins und dem Jubiläumschor „Concordia“

Freitag, 28. August
- 20 Uhr: „Rock Tigers“ im Festzelt

Sonnabend, 29. August
- 9.30 Uhr: Ehrendes Gedenken, Kranzniederlegung Treff am Festplatz
- 10.30 Uhr: Festakt der 28. Eichsfeldtage 2015 im Gemeindesaal „25 Jahre deutsche Einheit – 25 Jahre grenzenloses Eichsfeld“ mit den Landtagspräsidenten Thüringens  und Niedersachsens, den Schirmherren der Eichsfeldtage, Landrat Dr. Werner Henning und Professor Hans Georg Näder, dem Bund der Eichsfelder Vereine, geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft sowie Vertretern der Gernröder Vereine
- 14 Uhr: Delegiertentagung des Bundesvorstandes der Eichsfelder Vereine im Kleinen Saal der Gemeinde
- 20 Uhr: Tanzabend mit „Timeless“ und „Lederhosenexpress“ im Festzelt

Sonntag, 30. August
- 10 Uhr:    Festgottesdienst / Pontifikalamt in der Pfarrkirche „St. Stephan“ Gernrode
- 11.30 Uhr: Gemeinde, Vereine und Gäste gehen vom Kirchplatz mit Musik zum Festzelt
- 11.45 Uhr: Mittagsimbiss mit Blasmusik im Festzelt und Gemeindesaal
- ab 13 Uhr: Aufstellung zum Festumzug am Ortsausgang Gernrode nach Niederorschel bis zum Bahnhof / Musikkapellen: Mühle Seeboth bis Autohaus Funke
- 14 Uhr: Festumzug zur 650 Jahrfeier und der 28. Eichsfeldtage „Gernrode – 650 Jahre Ersterwähnung“
 
„Das Eichsfeld lebt – 25 Jahre deutsche Einheit“
Teilnehmen werden Vereine und Gruppen der Jubiläumsgemeinde, zahlreiche Trachten-, Mundartgruppen und Vereine aus den Gemeinden und Städten des Ober- und Untereichsfeldes, Musikkapellen, der Bund der Eichsfelder Vereine, Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft und viele mehr …
 
- 15.30 Uhr.Fest der Begegnung (Festplatz, Festzelt, Großer Saal)Blasmusik und Unterhaltung, Kapellen des Festumzuges geben Ständchen, kulinarisches Angebot im ganzen Dorf, Musik, Schausteller, Attraktionen für Groß und Klein

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