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Ein Dauerwanderer im „Schneckengang“

Spenden zugunsten Amputierter Ein Dauerwanderer im „Schneckengang“

Die Geräusche des Waldes und der Natur sind für mich wie Musik.“ Roland Zahn liebt das Wandern schon seit seiner Kindheit. Dass Zahn 2006 ein Bein amputiert werden musste, hat den Stuttgarter nicht davon abgehalten, eine 1000 Kilometer lange Tour durch ganz Deutschland zu planen, von Leipzig nach Tübingen. Am Sonnabend führte ihn sein Weg am Aktionstag „Bewegung hilft“ entlang des Grünen Bandes zwischen Gut Herbigshagen und Teistungen.

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Wandern für einen guten Zweck: Roland Zahn wird begleitet von Wolfgang Nolte (l.) und Rüdiger Herzog (r.).

Quelle: Tietzek

Die Beinprothese sitzt, der Rucksack ist geschnürt, und auch das Wetter spielt mit. Der 75-jährige Wanderer beginnt seine Tour bei der Sielmann-Stiftung, wo er von dessen Vorstand Michael Spielmann, Rüdiger Herzog (Otto Bock) und Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) begrüßt wird, die ihn zusammen mit rund 45 Unterstützern auf der 8,5 Kilometer-Strecke begleiten wollen. Zahns „C-Leg“ ist nicht nur ein Produkt des hiesigen Prothetik-Unternehmens, Bock spendet auch für jeden „einbeinigen“ Teilnehmer zwei Euro pro gelaufenen Kilometer und 50 Euro pro Kopf an den Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation.

Über zehn Prothesenträger haben sich dem Wandersmann angeschlossen. Zahn will den körperlich Herausgeforderten Mut machen, sich selbst zu „mobilisieren“ und ihnen zeigen, was mithilfe moderner Technik möglich ist. Die Route führt die Gruppe auf den alten Kolonnenweg, der mit seinen Senken und Buckeln eine Herausforderung darstellt, über das West-Östliche Tor zum Grenzlandmuseum. Mit den Schuhkanten und den Gehstützen stemmt sich der Oberschenkelamputierte in die grasüberwucherten Asphaltrillen. Dabei komme er besser voran als beim Probelauf im vergangenen Jahr, stellt er erfreut fest. Besonders beschwingt fühlt sich Zahn beim Gehen ohne seinen Tagesrucksack, um dessen Abnahme die Mitwanderer buhlen.

„Ich habe mich mittlerweile dem Schneckengang angenähert, aber überholt hat mich noch keine“, scherzt Zahn lächelnd. Nach dem Zieleinlauf des rund siebenstündigen Marsches wird gleich der Rucksack für den nächsten Tag gepackt. Heute befindet sich Zahn bereits auf der Strecke von Tettenborn Richtung Silkerode. Am 19. April ist er bei Fuhrbach unterwegs. Nach Duderstadt zurück führt den Marathon-Mann voraussichtlich die Einladung Noltes zum Ratsessen am 9. Juli. Das ist drei Tage nach Zahns letztem Etappenziel. Der umtriebige Naturfreund begrüßte die Offerte gemäß seines Mottos: „Mehr Bewegung hilft.“

Von Anna Kleimann

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