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Ein Hausmann schob im Nordturm Wache

Duderstadts Heimatpfleger über unbekannte Details der Oberkirche Ein Hausmann schob im Nordturm Wache

120 Jahre lang bauten die Duderstädter an ihrer Kirche St. Cyriakus. Auf einige unbeachtete Details machte Heimatpfleger Herbert Pfeiffer während einer Stadtführung aufmerksam, die er anlässlich des Tags des offenen Denkmals anbot. 25 Menschen begleiteten ihn durch die Brehmestadt.

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Die Basilika St. Cyriakus (Archivbild)

Quelle: Archiv

Manchmal muss Pfeiffer über sich selbst staunen. „Dieses Epitaph habe ich jahrelang nicht wahrgenommen“, erzählte er. Auf dem Grabdenkmal an der Nordseite der Oberkirche ist Bertram Zoten mit seiner Frau zu sehen. Sie knien vor Christus, der in den Wolken schwebt. Zoten und Johannes von Twinge waren die beiden Provisoren, die beiden Vertreter der Kirche, bei der Grundsteinlegung des Chors 1394.

Das steht in gotischen Minuskeln, Buchstaben, auf dem Stein, der an der Ostseite des Gotteshauses eingemauert ist. „Dort ist auch zu lesen, dass Magister Wilhelm Knoke den Bau ausgeführt hat“, erläuterte Pfeiffer. Knoke sei nicht nur Steinmetz gewesen, sondern hätte zeitweise auch den Hauptgeistlichen der Kirche vertreten und in der Stadtschule gearbeitet.

„Begonnen wurde der Bau der gotischen Hallenkirche, der zweimal jahrzehntelang ruhte, bereits 1250“, wusste der Heimatpfleger. Das verkehrsgünstig gelegene und durch Handel bis nach Nowgorod reich gewordene Duderstadt sei damals Stadt geworden. Die 4700 Einwohner hätten sich eine repräsentative Kirche gewünscht. Ein deutlich kleinerer, romanischer Vorgängerbau hätte weichen müssen. Bis zum Jahr 1300 sei zunächst das monumentale Westwerk mit dem achteckigen Nordturm fertiggestellt worden.

Alarm mit der Glocke

„Ein sogenannter Hausmann tat oben im Turm in der Wächterstube Dienst“, führte Pfeiffer aus. Beim Ausbruch eines Feuers hätte er mit einer Glocke Alarm schlagen müssen. „Zudem hielt er mit den Warten, den Wachtürmen im Umland der Stadt, Kontakt, tagsüber mit optischen, nachts mit Feuerzeichen“, so der Heimatpfleger. Beim Anrücken von Feinden hätte er die Menschen mit einer anderen Glocke alarmiert.

„Nach dem Bau von Westwerk und Chor ist die Kirche in einem dritten Bauabschnitt in den Jahren 1446 bis 1490 fertiggestellt worden“, führte Pfeiffer aus. Den Schlussstein im nördlichen Seitenschiff hätte der Göttinger Baumeister Heinrich Hellmold an der Nordwand gesetzt.

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