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Fahrten ohne Führerschein führen in Haft

Duderstadt Fahrten ohne Führerschein führen in Haft

Für ein Jahr und neun Monate muss ein Eichsfelder in Haft, der mehrfach beim Fahren ohne Führerschein erwischt wurde. Dies und seine gravierenden Vorbelastungen brachten dem 20-Jährigen die Strafe ein.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Sachbeschädigung, Diebstahl und eine Brandstiftung - der Registereintrag des jungen Mannes wies bereits einige Verurteilungen auf, bevor er den Saal am Amtsgericht in Duderstadt betrat. Sowohl in Haft als auch in Jugendarrest hatte er bereits einige Zeit verbracht, und auch zu Arbeitsstunden war er bereits verurteilt worden. Das Jugendschöffengericht hatte nun darüber zu befinden, wie mit zwei Fällen des Verdachts auf Fahren ohne Führerschein umzugehen sei. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft nur diese zur Anklage gebracht: An einem Tag im Juni sei der junge Mann zunächst von Duderstadt nach Nesselröden und später über Fuhrbach nach Brochthausen gefahren - ohne eine gültige Fahrerlaubnis zu besitzen. Ein weiterer Fall aus dem Mai in Gieboldehausen kam schnell zur Sprache, mit den Zeugenaussagen während der Hauptverhandlung wurden es mehr und mehr, so dass die Staatsanwaltschaft die Anklage erweiterte und das Gericht schließlich über neun Fälle zu befinden hatte.

Drohungen oder Liebesbotschaften?

Die ersten beiden gab der Mann unumwunden zu: "Ich bin halt gefahren", sagte er. Dass er jedoch seine Freundinnen und seinen Kumpel bedroht haben soll, die Frauen sogar geschlagen, das entspreche nicht der Wahrheit. Auch dass seine Exfreundin "heulend und angeblich mit butterweichen Knien" seine Wohnung verlassen habe, könne nicht stimmen: Wie sonst seien die Herzchen und Smileys in den Nachrichten zu erklären, die kurz nach dem Zusammentreffen der beiden entstanden seien. Tatsächlich aber hatte es Richter Michael Pietzek mit bedrohlich wirkenden Sprachnachrichten zu tun, deren Inhalt nicht zu den liebevollen Textnachrichten aus der Zeit passte, als der Angeklagte "unglaublich verschossen" in die Zeugin gewesen sein will.

Fahrten zum Schwimmen und ins Schnellrestaurant

Ebensowenig erleichterte ihm ein 17 Jahre alter Zeuge die Wahrheitsfindung: Er gab zu, bei der Fahrt dabeigewesen zu sein, an deren Ende die Polizeistreife stand. Eine weitere stritt er sogar dann noch ab, als der Staatsanwaltschaft ihm versicherte, er werde ein Falschaussage-Verfahren anstrengen, wenn sich herausstellen sollte, dass er lüge. Licht ins Dunkel brachte schließlich der Angeklagte selbst: Ja, er sei in Gieboldehausen gefahren. Und auch zum Schwimmen in Bad Sachsa, zum Besuch eines Schnellrestaurants in Göttingen und zu einer Freundin nach Rüdershausen. Immer mit dem Astra des Vaters, der als Halter des Wagens jetzt selbst angeklagt ist - und kein Auto mehr hat, seit dieses beschlagnahmt ist.

"Es ist zu hoffen, dass Sie Struktur in Ihr Leben bekommen und eine Lehre beginnen." 
Michael Pietzek, Richter am Amtsgericht

Im Zusammenspiel mit einer alten Strafe ergab sich für das Gericht eine Gesamtstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung. Damit folgten Pietzek und die Schöffen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Dabei habe der Angeklagte keinen Fehler begangen, die weiteren Straftaten einzuräumen, da sie so nach Jugendstrafrecht und damit unter erzieherischen Gesichtspunkten gewertet worden seien. "Ich bin überzeugt, eigentlich waren es noch viel mehr", machte Pietzek deutlich. "Es ist zu hoffen, dass Sie Struktur in Ihr Leben bekommen und eine Lehre beginnen", gab er dem 20-Jährigen mit auf den Weg. ne

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