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Ein Leben lang zur Schule

Berufsschullehrer Friedel Nolte verabschiedet sich in den Ruhestand Ein Leben lang zur Schule

Nach 34 Jahren im Dienst der Berufsbildenden Schulen Duderstadt (BBS) verabschiedet sich der stellvertretende Schulleiter Friedel Nolte mit 64 Jahren in den Ruhestand. Zu seinem Traumjob Berufsschullehrer ist er von der Handwerkslehre über das Hochschulstudium gelangt.

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Friedel Nolte blickt auf 34 Jahre als Berufsschullehrer zurück.

Quelle: Richter

Duderstadt. „Ich war schon als Schüler während meiner Lehre zum Werkzeugmacher bei der Firma Ottobock an der BBS“, sagt der Duderstädter und blickt nicht ohne Wehmut auf ein erfülltes Berufsleben zurück.

Ein Vorteil sei es, wenn ein Berufsschullehrer den beruflichen Werdegang von der Pike auf erfahren habe. „Man kann sich besser einfühlen in die Schüler, kennt die Strukturen im Betriebsalltag aus eigener Erfahrung“, sagt Nolte.

Zum Studium nach Hannover

Nach der Handwerkslehre wollte er gern noch weiterkommen, aber auch dem Kern seines technischen Berufs treu bleiben. So drückte  er während seiner zweijährigen Wehrdienstzeit beim Bundesgrenzschutz in Duderstadt abends in der Fachoberschule Göttingen die Schulbank.

Nach dem Abitur studierte er Maschinenbau an der Fachhochschule Hannover und zog dann sein Lehramtsstudium an der Universität Hannover nach. „Seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich ununterbrochen zur Schule gegangen“, sagt Nolte schmunzelnd.

In all den Jahren erlebte er hautnah die Entwicklungen einer herkömmlichen Berufsschule als Institution für die theoretische Berufsausbildung hin zu einer modernen Bündelschule. Bereits in den 80er-Jahren habe er den Weg der BBS ins Computerzeitalter vorangetrieben, war dann mit der Einrichtung von Computerräumen betraut und hat Abendkurse für Fachkräfte angeboten.

„Die Betriebe stellten ihre handbetriebenen Maschinen um auf die neue computergesteuerte Technik. Da mussten auch die Fachkräfte geschult werden“, erinnert sich Nolte.

„Gerade die BBS haben das Potenzial zur Integration“

Anfang der 90er-Jahre wurden an den BBS Netzwerke für die Verwaltung und für Unterrichtszwecke aufgebaut. Auch das Bildungsangebot habe sich der demografischen Entwicklung, sinkenden Schülerzahlen und geplanten Fusionen angepasst. „Die sieben BBS im Landkreis haben sich auf jeweilige Schwerpunkte verständigt, damit der Bestand für alle gesichert sei“, so Nolte.

Seit der Flüchtlingskrise kämen neue Herausforderungen. „Gerade die BBS haben das Potenzial zur Integration von Flüchtlingen. Wir bieten in Duderstadt schon Sprachlernklassen an, können Flüchtlinge in einem Berufsvorbereitungsjahr auf eine Ausbildung vorbereiten und darin schließlich auch begleiten“, beschreibt Nolte die neuen Entwicklungen, die er noch mit angeschoben hat, deren weiteren Weg er aber nur noch von außen betrachten wird.

„Die Pensionierung sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mir wird etwas fehlen, aber nun werde ich auch mehr Zeit für andere Dinge haben und kann Verantwortung abgeben“, sieht er in die Zukunft. Seine Verabschiedung wird am Freitag, 22. Januar, in den BBS gefeiert.

Von Claudia Nachtwey

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