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Ein Storchennest Marke Eigenbau

Zweiter Nistplatz in Gieboldehausen Ein Storchennest Marke Eigenbau

Mancherorts sind die Störche bereits da – in Gieboldehausen wurden sie noch nicht gesehen. Friedel Bode hat es genau im Blick. Seit fünf Jahren beobachtet der pensionierte Maurer die Störche auf dem Schornstein der alten Molkerei mit dem Fernglas. Jetzt hat der 67-jährige Hobby-Ornithologe gemeinsam mit Nachbarn und Verwandten ein zweites Storchennest im Flecken errichtet, auf einem acht Meter hohen Baum.

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Beweisfoto im Tageblatt: Der Storch war schon da, jetzt hofft Friedel Bode auf die Rückkehr.

Quelle: BL

In Konkurrenz zu „Storchenvater“ Hermann Nachtwey wollen sie damit nicht treten. Im Gegenteil, meint Heinz-Gerd Borchard, auf dessen Grundstück der Baumstumpf steht, den das selbstgeflochtene Nest ziert. Sie hätten im vergangenen Jahr Streit unter den Störchen des Nestes an der Molkerei beobachtet. Es würde also vielmehr der Wohnraummangel für Störche in Gieboldehausen behoben. Außerdem: „Friedel war ganz wild auf ein Nest“, meint Borchard, während Bode mit Begeisterung auf seiner Digitalkamera Storchenbilder aus dem jüngsten Hollandurlaub zeigt.

Dass Meister Adebar der Baum zusagt, davon konnten sich die elfköpfige Helfergruppe schon überzeugen, bevor das Nest überhaupt Gestalt angenommen hatte, wie Bode mit einem weiteren Foto beweist. Die Idee entstand jedoch schon vor dieser ersten Stippvisite. Ein Sturm hatte den benachbarten Baum so ramponiert, dass man ihn entfernen musste. Aus Vorsicht machte man sich auch an die Spitze des zweiten Baumes – doch dann war die Säge stumpf, die Fällarbeiten ruhten – und eine Idee keimte.

Ein Jahr später sind alle Arbeiten abgeschlossen, das Gerüst um den Baum abgebaut, die Metallhalterung angebracht, auf der die Plattform mit dem um ein Wagenrad geflochtenes Nest ruht. Stroh und Zweige sind frisch geweißt – ganz so, als hätte bereits ein Vogel das Heim für behaglich befunden und seine Exkremente hinterlassen.

Die Bauanleitung haben sich die Storchenfans aus dem Internet besorgt. „Wir wussten ja nicht, wie so ein Ding auszusehen hat“, meint Borchard. Um Hilfe mussten die beiden nicht groß bitten: „Bei so etwas bin ich sofort dabei“, erklärt Michael Stark, der aus seinem Fenster einen Logenblick auf das Nest hat. Er war für das Gerüst um den Stamm verantwortlich. „ Sicherheit auf dem Bau muss ja sein.“
Nach der Arbeit beginnt nun das Warten. Doch Friedel Bode ist nicht bange. Solange das Nest noch unbesetzt ist, späht er weiter durch sein Fernglas.

Von Erik Westermann

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