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Ein letztes Geschenk für die Region

Erinnerung an Fritz Röling Ein letztes Geschenk für die Region

Der Malermeister und Künstler Fritz Röling hat deutlich sichtbare Spuren in seiner Heimatstadt Duderstadt hinterlassen, sich mit Wandgemälden vom Rathaus bis zum Schützenhaus verewigt. Seinen künsterlischen Nachlass hat seine Witwe Johanna Röling jetzt der Sparkassen-Stiftung übereignet.

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Der künstlerische Nachlass des verstorbenen Fritz Röling wird als Schenkung an die Sparkassenstiftung Untereichsfeld übergeben. Hier: Johanna Röling bei der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages mit Alfons Wüstefeld (links) und Hans-Peter Menge.

Quelle: OT

Duderstadt. „Fritz Röling fehlt mir.“ Der Botschaft, die er von Ehrenbürger Hans Georg Näder überbrachte, konnte sich Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) nur anschließen. Nolte würdigte den 2011 im Alter von 86 Jahren gestorbenen Ehrenobermeister der Malerinnung und Bundesverdienstkreuzträger als „große Eichsfelder Persönlichkeit, als treffsicheren Schützen mit Humor und Mutterwitz.“

Röling hat nicht nur Kirchen und Kapellen renoviert, mehr als 150 Schützenscheiben sowie Wand- und Fassadenbilder in Gaststätten, privaten und öffentlichen Gebäuden, sondern auch eine Fülle von Entwürfen, Skizzen, Aquarellen, Zeichnungen und Radierungen geschaffen. Sie zeigen überwiegend Heimatmotive, aber auch Stillleben und Porträts in unterschiedlichen Techniken. Diese dokumentarische Sammlung, die von seiner Tochter Anita Reimann gesichtet und geordnet wurde, wird jetzt von der Sparkassen-Stiftung Untereichsfeld inventarisiert, katalogisiert, fachgerecht gelagert und bei passenden Anlässen präsentiert oder als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Die Sammlung umfasst mehrere Hundert Einzelstücke, darunter auch einige Schützenscheiben, die Röling privat gemalt hat.

„Seine Werke sollen der Region erhalten bleiben“, sagte Sparkassen-Vorstand Alfons Wüstefeld. Die Sparkassenstiftung, die bereits den künstlerischen Nachlass von Friedrich Reimann verwaltet sowie Werke des flämischen Malers Lode van der Linden erworben hat, setze damit eine Tradition fort. Die von Notar Hans-Peter Menge beurkundete Schenkung war eine von Wüstefelds letzten Amtshandlungen vor dem Ruhestand. Besiegelt wurde die Übertragung im Seniorenheim der Hollenbach-Stiftung. Dort lebt Johanna Röling, die als Alleinerbin eingesetzt wurde und am 20. Juni 91 Jahre alt wird. Nach Unterzeichnung der Übertragungsurkunde ließ Anita Reimann vom Smartphone eine Tonaufzeichnung ihres Vaters erklingen, die sie auf einer CD entdeckt und digitalisiert hat: das Harry-Lime-Thema aus dem Filmklassiker „Der dritte Mann“. Denn Röling war nicht nur ein guter Schütze, sondern spielte auch Zither. Der immer wieder als „Rembrandt des Eichsfelds“ titulierte Künstler war bekannt für seinen verschmitzten Humor und seine Selbstironie. Schon Jahre vor seinem Ableben hatte er sich seinen Sarg selbst ausgesucht und den Deckel von innen mit einem paradiesischen Motiv bemalt.

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©Richter