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Einblick in „perfides Grenzsystem der DDR“

Wiedereröffnung des Grenzlandmuseums Eichsfeld Einblick in „perfides Grenzsystem der DDR“

Die besondere Bedeutung des Grenzlandmuseums Eichsfeld hat am gestrigen Freitag Staatsminister Bernd Neumann (CDU) betont. Der Kulturbeauftragte der Bundesregierung war zur Eröffnung des Museums nach rund halbjähriger Umbauphase gekommen.

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An authentischem Ort: Das Museum an der ehemaligen Grenzübergangsstelle ist nach dem Umbau wieder eröffnet .

Quelle: Thiele

Das Museum gebe an authentischem Ort einen Einblick in das „perfide Grenzsystem der DDR“, so Neumann in seiner Festansprache zur Wiedereröffnung. Zur Feierstunde sind zahlreiche Gäste in das Festzelt vor der Bildungsstätte gekommen.

Man müsse feststellen, so Neumann weiter, dass viele junge Menschen keine Vorstellung mehr vom diktatorischen System der DDR hätten und deshalb oft die Werte und Qualitäten einer echten Demokratie nicht zu schätzen wüssten. Um dem etwas entgegen zu setzen, um aufzuklären und zu informieren, seien Mahn- und Gedenkstätten wie das Grenzlandmuseum Eichsfeld wichtig und förderungswürdig, so der Kulturstaatsminister.

Neumann bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Überzeugung, dass es richtig sei, wenn der Bund das Museum auf der ehemaligen Grenzübergangsstelle Duderstadt/Worbis weiter unterstütze. Zu dessen Neugestaltung hatte der Bund 1,7 Millionen Euro beigesteuert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2,7 Millionen Euro.

Ebenso sah das auch die Ministerpräsidentin des Landes Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU). Sie unterstrich in einem Grußwort: „Es ist unverzichtbar, der Opfer des DDR-Staates zu gedenken, die beispielsweise bei Fluchtversuchen getötet wurden.“ Das dürfe nicht verdrängt werden, und deshalb sei es wichtig, Stätten des Gedenkens zu unterstützen. Dazu sei das Land Thüringen immer bereit gewesen sei. Auch künftig solle das so geschehen.

Der stellvertretende Landrat des Kreises Göttingen, der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch, warf einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte des Museums. Kurz nach der Wende hätten viele alles wegreißen wollen, was an die DDR erinnert habe. Erst später habe sich der Gedanke durchgesetzt, Reste der Grenzanlagen als mahnende Objekte zu erhalten.

Von Sebastian Rübbert

  Modernes Konzept
  In neuer Form und mit neuen Inhalten präsentiert sich das Grenzlandmuseum Eichsfeld, das am gestrigen Freitag wiedereröffnet wurde. Leitelement der neuen Ausstellungsgestaltung ist ein dreidimensional ausgeformtes Band, das sich auf 420 laufenden Metern durch die gesamte Ausstellung zieht. Durch dieses Band wird der konzeptionelle Ansatz eines durchlaufenden Themas mit vielen Facetten gestalterisch ergänzt. Auf einer Gesamtfläche von 1100 Quadratmetern werden 950 Bilder und 200 Filme präsentiert.
Daneben sind Medienstati- onen eingerichtet worden, an denen sich die Besucher des Hauses – und das waren bislang pro Jahr jeweils etwa 50 000 – über verschiedene Themen der DDR- und Grenzgeschichte vertiefend informieren können. Ein modernes pädagogisches Konzept liegt der gesamten Ausstellung zu Grunde.
Darstellungsprinzip des neuen Ausstellungskonzeptes ist es, die politischen und institutionellen Strukturen der DDR-Diktatur darzustellen. Dazu werden zahlreiche Daten und Fakten präsentiert. Auf der Basis dieser Informationen soll es den Besuchern des Grenzlandmuseums Eichsfeld möglich werden, das Leben an der ehemaligen Grenze im Eichsfeld nachzuvollziehen und das Alltagsleben der Menschen in der DDR näher kennen zu lernen. Die Lebenswirklichkeit im „anderen Deutschland“ soll sich widerspiegeln.
Unter dieser Zielsetzung haben die Kuratoren der Ausstellung, Burghard Ciesla und Stefanie Wahl, auch viele Interviews mit Zeitzeugen geführt, die zu unterschiedlichen Aspekten der Grenze und ihrer Überwindung Angaben machten. Diese Interviews und Filme können während des Rundgangs durch das Haus an verschiedenen Stellen angehört und angesehen werden. sr
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Start mit anspruchsvollem Programm

Erweitert, umgebaut und neu konzipiert präsentiert sich das Grenzlandmuseum Eichsfeld. Zur Wiedereröffnung am Freitag, 20. August, kommen Bernd Neumann (CDU), Staatsminister im Bundeskanzleramt, und Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in die Teistunger Einrichtung.

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