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Eingaben und Unterschriften gegen Windräder

300 Stellungnahmen Eingaben und Unterschriften gegen Windräder

Das Verfahren zur Festlegung von Windrad-Standorten in der Samtgemeinde Gieboldehausen sorgt weiter für Wirbel.  Rund 300 Eingaben zur Änderung des Flächennutzungsplanes seien bislang bei der Verwaltung eingegangen, bestätigt Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU).

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„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“: Der Protest gegen neue Windrad-Standorte nimmt weiter Fahrt auf.

Quelle: Kunze

Gieboldehausen. Dazu gehört auch die Stellungnahme des Gemeinderates Gieboldehausen.

Wie immer, wenn es um das Thema geht, war im Sitzungssaal des Gieboldehäuser Rathauses Stühlerücken wegen des großen Besucherandrangs angesagt.

Die Ratsmehrheit hat die Bauausschuss-Empfehlung, Windenergieanlagen auf den Bereich Höherberg zu konzentrieren, noch einmal modifiziert und weiter eingeschränkt.   Empfohlen wird jetzt, auch die Flächen südöstlich der Wallfahrtsstätte auszuklammern. Das deckt sich mit der Forderung der katholischen Kirchengemeinden Gieboldehausen, Wollbrandshausen und Bodensee, die Dornieden jetzt 728 Unterschriften gegen eine Ausweitung des Areals in diesem Bereich überreicht haben. Weitere 858 Unterschriften gegen den Standort Pinnekenberg südlich von Gieboldehausen hat eine von den Freien Wählern unterstützte Initiative aus dem Flecken übergeben.

Vor der Abstimmung im Gieboldehäuser Gemeinderat gab es erneut einen Schlagabtausch zwischen der Mehrheitsgruppe Freie Wähler / SPD/Grüne und der CDU. Die Christdemokraten hatten beantragt, alle bei der Potenzialanalyse ermittelten Flächengruppen einzubeziehen, die in ihrer Gesamtheit zu große Fläche der Standorte  rings um den Flecken aber zu reduzieren, Abstände zu vergrößern und die nördliche Grenze der Pinnekenberg-Fläche um 500 Meter in Richtung Süden zu verschieben.

„Es gibt auch Stimmen im Ort, die die volle Konzentration am Höherberg ablehnen und sich fragen, warum der Pinnekenberg völlig draußen bleiben soll“, merkte Katharina Haase (CDU) an. Maria Bock (CDU) gab die Belastung des Gieboldehäuser Bahnhofsviertels, Reiner Deeg (CDU) die Belastung der Bilshäuser Baugebiete in Südlage durch den Standort Höherberg zu bedenken. Zudem meldete die CDU Zweifel an der Rechtsverbindlichkeit des Fünf-Kilometer-Abstands zwischen Windenergie-Vorrangflächen an, durch den bei Konzentration auf den Bereich am Höherberg die Standorte Pinnekenberg und Rotenberg ausgeschlossen würden.

Wolfram Döring (FW) nannte es unverständlich, dass die CDU nicht die Steilvorlage des unabhängigen Gutachtens aufgreife, das ebenso wie der den Pinnekenberg ablehnende Naturschutzbund eine Konzentration am Höherberg empfehle. Er hätte sich ein gemeinsames Signal an die Samtgemeinde gewünscht. Von einer „Gespensterdiskussion“ sprach Hubert Hackenforth (FW).

Die vorgeschlagene Fläche am Höherberg würde für eine angemessene Berücksichtigung der Windenergie in der Samtgemeinde mit ihrer schwierigen Topographie und vielen Tabuflächen ausreichen. Michael Preiß (Grüne) kritisierte die „krampfhaften Klimmzüge“ der CDU. „Einen Königsweg gibt es nicht“, sagte Wolfgang Nünemann (SPD).

Nach dem Fall der Höhenbegrenzung für Windräder müsse aber eine Verspargelung der Landschaft mit 200 Meter hohen Anlagen verhindert werden, waren sich Döring und Nünemann einig. Bürgermeister Otmar Pfeifenbring (SPD) betonte, dass die Samtgemeinde bereits mehr als die Hälfte ihres Stromverbrauchs aus eigenen Energiequellen abdecke. Viele Bürger würden nicht verstehen, warum im Raum Duderstadt noch nichts geschehen sei, brachte Pfeifenbring die Bauschuttdeponie bei Breitenberg ins Spiel.

Es gebe gegen alle Bereiche Einwände, bestätigt Dornieden. Alle Eingaben würden gründlich abgewogen. Der Abwägungsprozess werde ein Kraftakt. Da die Samtgemeinde Vorreiter bei der Ausweisung neuer Windenergieflächen sei, geschehe das in Abstimmung mit den Gutachtern und dem Landkreis.

Dornieden geht davon aus, dass nicht alle Standorte zum Tragen kommen werden. Inzwischen gebe es Nachmeldungen von Rotmilan-Brutplätzen im Raum Obernfeld und am Pinnekenberg, am Rotenberg Probleme mit der Einflugschneise des Hattorfer Segelflugplatzes.

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Wndkraft-Debatte

In einem einstimmigen Beschluss hat der Rat der Gemeinde Bilshausen die Samtgemeinde Gieboldehausen gebeten, alle zur Diskussion stehenden Vorrangflächen für Windenergie gleich zu behandeln.Es müsse nach Sachargumenten und nicht nach Lautstärke und Menge der Proteste abgewogen werden, sagt Bilshausens Verwaltungstreter Klaus-Dieter Grobecker.

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