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„Einheitliche Öffnungszeiten in Duderstadt? Unmöglich!“

Verständnis und Kritik „Einheitliche Öffnungszeiten in Duderstadt? Unmöglich!“

Mit oder ohne Mittagspause, mal ab 9 Uhr, mal ab 10.30 Uhr, mal bis 17, mal bis 19 Uhr geöffnet, sonnabends nur bis 14 Uhr oder ganz geschlossen, täglich wechselnde Öffnungszeiten oder mittwochs Ruhetag – bei den Geschäften in der Duderstädter Innenstadt suchen potenzielle Kunden vergeblich nach einheitlichen Öffnungszeiten.

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Shoppen in Duderstadt? Gern. Nur wann? Einheitliche Öffnungszeiten gibt es nicht.

Quelle: Richter

Duderstadt. Was dies für die einzelnen Geschäfte, die Innenstadt insgesamt oder den Verbraucher bedeutet, ist nicht leicht zu ermitteln.

„Ich sehe das mit schwerem Herzen“, sagt Hubertus Werner (CDU), Ortsbürgermeister von Duderstadt und Vorsitzender des Treffpunkts Stadtmarketing. Es sei ihm zwar bewusst, dass in einigen Bereichen keine Vereinheitlichung erzielt werden könne, dennoch sehe er das Potenzial, die Verhältnisse in der Duderstädter Innenstadt zu verbessern. Seine Idealvorstellung: Die Geschäfte sollten eine durchgehende Öffnung von 10 bis 19 Uhr ermöglichen.

„Das Schlimmste, was man machen kann, ist, dass man seine Öffnungszeiten verkompliziert“, sagt er. Ein Beispiel: An der Tür eines Ladens klebt ein Zettel, der für jeden Wochentag unterschiedliche Öffnungszeiten vorsieht. Laut Werner würde sich kein Kunde diese Zeiten einprägen, und das könne auch nicht erwartet werden. Im Ergebnis könne das auch andere Betriebe Umsatz kosten, nämlich dann, wenn der Kunde erst gar nicht in die Stadt gehe, weil er nicht wisse, ob der Laden geöffnet habe oder nicht. Dann würde auch der Weg zum benachbarten Bäcker wegfallen oder der Einkauf von Lebensmitteln.

Es gibt laut Werner natürlich branchenabhängige Unterschiede. Bei manchen sei ab 10 Uhr nichts mehr los, bei anderen fange es ab 10 Uhr erst richtig an. Deshalb sei es zwar nahezu unmöglich, eine einheitliche Kernöffnungszeit zu vereinbaren. Die Änderungen, die möglich sind und auch Sinn ergeben sollten aber zumindest diskutiert werden.

Werner beschäftigt das Thema bereits seit 20 Jahren, eine einheitliche Umsetzung rücke aber zunehmend in weite Ferne. Der Mindestlohn, verkürzte Arbeitszeiten, längere Lieferwege von Produkten, der Aufwand der Geschäftstreibenden insgesamt habe zu einer Verschlechterung der Situation beigetragen. „Früher sind die Vertreter mit ihren Produkten ins Geschäft gekommen. Heute müssen Ladeninhaber selbst stellenweise lange Strecken zurücklegen, um an das gewünschte Produkt zu kommen“, erklärt er. Das sei für die Geschäftstreibenden auch Arbeitszeit, die irgendwo herkommen müsse. Deshalb könne er verstehen, dass manche Geschäfte früher geschlossen werden, oder eine Mittagspause gemacht werden werde.

Eindeutiges Verbesserungspotenzial sehe er bei den Öffnungszeiten des Wochenmarktes am Mittwoch und Sonnabend. „Der Markt könnte auch bis 15, und nicht nur bis 13 Uhr geöffnet bleiben“, sagt er. Sobald der Markt geschlossen sei, würden die Besucher in der Innenstadt schlagartig weniger werden. „Wenn wir das Potential zur Vereinheitlichung der Öffnungszeiten nicht nutzen, sind wir verloren“, mahnt Werner.  

Von Kay Weseloh

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