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Einträge in Seeburger See werden gedrosselt

Sediment-Rückhaltung Einträge in Seeburger See werden gedrosselt

Im Herbst soll mit dem Bau von zwei Projekten zur Rückhaltung von Sedimenten an Zuflüssen zum Seeburger See begonnen werden. Für eine dritte Maßnahme will der Landkreis Göttingen einen Förderantrag beim Land stellen.

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Der Seeburger See.

Quelle: Mischke

Seeburg. Das Schicksal des Sees ist laut wissenschaftlicher Prognosen besiegelt: In mehreren Jahrtausenden wird er verlanden. Über Möglichkeiten, die aktuelle Situation an dem von Feldern umgebenen trüben Binnengewässer zu verbessern, die Verlandung zu entschleunigen und die Nährstoffeinträge zu reduzieren, wird seit vielen Jahren diskutiert. Bewegung in die Suche nach Flächen und Akteuren hat erst das Flurbereinigungsverfahren für Seeburg gebracht.

Für Sandfänge oberhalb des alten Sportplatzes (Friesenbeek) und am Feldweg von Seeburg zur Seulinger Warte (Bedole) sei die wasserrechtliche Genehmigung erteilt, bestätigt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann. Finanziert werden sie zu 75 Prozent aus Flurbereinigungsmitteln, zu 25 Prozent aus Kreismitteln für den Naturschutz. Der Baustart solle noch in diesem Jahr erfolgen, da die Fördermittel bis Jahresende abgerufen werden müssten, teilt Susanne Hummel als Projektleiterin der Flurbereinigungsbehörde mit. 

Die Fläche am Sportplatz stellt die Realgemeinde Seeburg zur Verfügung, den Bedole-Graben die politische Gemeinde. Im Grabenprofil an dem asphaltierten Feldweg sollen für rund 43 000 Euro Querriegel aus Rundhölzern bei starkem Regen grobe Bodenpartikel auffangen, sagt Siegbert Merten, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Seeburger Flurbereinigung. Am Sportplatz sei für rund 42 000 Euro ein Rückhaltebecken mit knapp 1700 Kubikmeter Fassungsvermögen geplant. Der Ablauf sei so berechnet, dass sich die Sedimente bei einer Wasser-Verweildauer von 2,2 Tagen setzen könnten.

6,3 Tage Verweildauer sind für die dritte Maßnahme kalkuliert, die noch folgen soll: das Rückhaltebecken Kleiner Bruch südlich des Campingplatzes mit knapp 5000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Als Ziel strebe man an, 90 Prozent der mehr als 200 000 Euro Investitionskosten über die Wasserrahmenrichtlinie vom Land gefördert zu bekommen, sagt Kreis-Umweltamtsleiter Hermann Schütte. Mit Hummel und Merten ist er einig, dass die drei Rückhalte-Projekte ausreichen: „Wir müssen auch beobachten, wie sich die Maßnahmen auswirken.“

Für die Unterhaltungsarbeiten wurde eine Vereinbarung mit 30 Jahren Laufzeit zwischen Landkreis, Samtgemeinde, Realgemeinden, Realverband und Gemeinde getroffen. „Wenn ausgebaggert werden muss, werden die Kosten gesplittet“, sagt Merten. Der Rhythmus dafür sei schwer einzuschätzen.

Durch die Sedimentrückhaltung werde auch der Phosphateintrag in den See verringert, sagt Merten und freut sich über Einvernehmen nach langer Flächensuche. Es sei auch im Interesse der Landwirte, den Verlust von Boden zu vermeiden: „Boden ist nicht vermehrbar.“ Dazu trage auch die hangparallele Bewirtschaftung nach Flächenzusammenlegungen bei.   

Kein Stau am Gänseborn

Zu teuer, zu kompliziert, zu viele Widerstände. Vorerst ad acta gelegt hat der Landkreis  Göttingen laut Umweltamtsleiter Hermann Schütte eine vierte Maßnahme, um Einträge in den See zu reduzieren. Auf den Feuchtwiesen am Gänseborn war als größtes Projekt eine Überflutungsfläche mit einem Stauvolumen von knapp 25 000 Kubikmetern angedacht, dafür Kosten von rund 280 000 Euro ermittelt worden.

Davon haben aber alle am Verfahren Beteiligten inzwischen Abstand genommen. Gründe, die dagegen sprechen, waren neben den hohen Kosten die Ortsnähe, Akzeptanzprobleme und Ängste vor Überschwemmungen, kleinteilige Eigentumsverhältnisse und teilweise Umlegungen von Flächen im Zuge der Flurbereinigung, die bereits erfolgt sind.

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©Richter