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Einzelhändler sind buchstäblich ausverkauft

Hohe Verkaufszahlen Einzelhändler sind buchstäblich ausverkauft

Grellrot und auffällig platziert weisen sie gerade in vielen Schaufenstern der Region darauf hin: Räumungsverkauf, Saisonabschlussverkauf, Winterware reduziert. Der Frühling kommt, der Winter geht – zumindest in den Regalen und auf den Kleiderstangen der Einzelhändler.

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Ausverkauf im Schatten des Duderstädter Rathauses: In Riesenlettern weisen die Einzelhändler auf reduzierte Winterware hin.

Quelle: Blank

Und das wird auch Zeit. Die anhaltende Kälte und der viele Schnee haben zu überdurchschnittlich hohen Verkaufszahlen bei Handschuhen, Skihosen und Winterstiefeln geführt.

„Seit Jahren konnten wir das Wort ’ausverkauft’ mal wieder benutzen“, so Hannelore Mitschke, Inhaberin des gleichnamigen Sportartikelgeschäfts auf der Duderstädter Marktstraße. Handschuhe seien am schnellsten „weg gewesen“. Nicht verwunderlich also, dass das Lager des Sportgeschäfts fast leer ist – und viele Hersteller können dem Wunsch nach Nachbestellungen nicht nachkommen. „Aber das muss man ja auch mal wieder erleben“, sagt die Duderstädterin lachend. Dennoch: Die Saison sei noch längst nicht vorbei, gerade im Sport. So lange draußen Winter herrsche, so lange sei bei Mitschke auch drinnen Winter. Bis im Februar die neuen Kollektionen kämen, soll nun der Verkauf der letzten Wintersachen durch Reduzierungen unterstützt werden. Die Lücken im Sortiment, so Mitschke, habe sie so gut wie möglich aufgefüllt. Trotzdem sei der Schlussverkauf in diesem Jahr anders als in der Vergangenheit, es seien „mehr Einzelstücke als sonst“.

Ähnlich sieht es bei Mode-Center Junge in Gieboldehausen aus: Der Saisonschlussverkauf hat begonnen, und die Regale sind deutlich leerer als in den Vorjahren. Der heftige Wintereinbruch im Dezember hat die Kunden schon zu Saisonbeginn nach Wärmendem suchen lassen. Ganz oben auf der Liste der liebsten Winterbeschäftigungen stand wohl Schlittenfahren oder Skilaufen: Schneehosen, vor allem für Kinder, waren als erstes ausverkauft. „Und sonst geht das erst so im Januar, Februar los“, erklärt Ursula Junge das veränderte Kaufverhalten ihrer Kunden. Auf den Schlussverkauf habe in diesem Winter kaum jemand warten wollen.

„Sobald es kalt wird, kommen die Kunden“, bestätigt auch Bernhard Jünemann, Seniorchef des Bekleidungshauses Jünemann in Bilshausen. „So ist es jedes Jahr.“ Und in dieser Saison sei es eben besonders früh gewesen. „Und wenn es wärmer wird, merkt man dann auch direkt wieder eine Flaute.“ Um einer solchen entgegenzuwirken, locken Sonderpreisschilder seit einigen Tagen auch an wärmeren Tagen Käufer ins Geschäft. Dass der Winter sich möglicherweise seinem Ende zuneigt, sei dabei kein Grund, nicht mehr nach Handschuhen, Mützen und Co. zu greifen – schließlich sei sein Sortiment eher zeitlos, so Jünemann, der das Geschäft, das heute seine Tochter führt, vor 52 Jahren, eröffnete. Weiteres Lockmittel: Die Sommerware, die seit kurzem schon neben den warmen Pullovern und Jacken hängt. „Verkaufen wir auch schon“, freut sich Jünemann.

Die Eichsfelder haben also die Wahl: Mit dem einen oder anderen Schnäppchen die Wintertage noch ein bisschen genießen oder mit einem neuen Stück für den Frühling von wärmeren Tagen träumen.

Von Christina Stender

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